Auch bei einer Kontrolle durch den Arbeitgeber fliegt eine Fälschung nur selten auf. <BR /><BR /><BR /><BR />Ist Grüner Pass, Impf- oder Testzertifikat echt oder gefälscht? Vor diesem Dilemma stehen viele Arbeitgeber im Land – und das nicht erst ab 15. Oktober. Immer öfter reisen Erntehelfer und private Pflegekräfte mit gefälschten Corona-Dokumenten ein. „Umso wichtiger sind in der Landwirtschaft die Nasenflügeltests und in der Altenbetreuung die Einhaltung der Corona-Regeln“, sagt Dr. Patrick Franzoni, Vize-Leiter der Covid-Einheit.<BR /><BR /><BR />„Die Nervosität auf den 15. Oktober hin ist groß“, bestätigt Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner. Ab dem Datum muss nämlich auch jeder Bauer kontrollieren, ob seine Mitarbeiter, in den allermeisten Fällen Erntehelfer aus dem Ausland, über den Grünen Pass verfügen, also geimpft, getestet oder genesen sind. <BR /><BR />Dann allerdings stehen die Landwirte vor einem Dilemma. „Denn ob ein Grüner Pass echt ist oder gefälscht, können sie nicht überprüfen“, sagt Rinner. Die Bauern hätten einzig die Möglichkeit, mit der entsprechenden App zu kontrollieren. Ist die Fälschung gut gemacht, rutscht der Inhaber bei der Kontrolle durch. <BR /><BR /><b>Kaum Kontrollen</b><BR /><BR />Dabei mehren sich bereits jetzt die Meldungen, dass immer öfter Arbeitskräfte aus dem Ausland mit gefälschten Corona-Dokumenten einreisen. Dr. Franzoni weiß um das Problem. Die Kontrolle würde eigentlich der Grenzpolizei obliegen, sagt er. Doch selbst am Brenner werde nur stichprobenartig kontrolliert. „Umso wichtiger sind im Falle der Erntehelfer die Nasenflügeltests“, unterstreicht Dr. Franzoni. <BR /><BR />40.000 Test-Kits hat der Sanitätsbetrieb an die 5 Bezirksbüros des Bauernbundes verteilt. „So gut wie alle diese Tests wurden von den Bauern abgeholt“, sagt der Vize-Leiter der Covid-Einheit. „Und bislang wurden 5 Infizierte dank der Tests ausfindig gemacht und unter Quarantäne gestellt.“ Wenn möglich, erfolgt diese am Hof selbst. Wenn eine Isolation des Infizierten nicht möglich ist, wird er in der Quarantäne-Einrichtung in Gossensaß untergebracht. <BR /><BR /><b>Nicht nur Landwirtschaft betroffen</b><BR /><BR />Doch nicht nur der Bereich Landwirtschaft ist vom Problem gefälschter Corona-Dokumente betroffen. Auch bei den privaten Pflegekräften, den sogenannten Badanti, ist die Situation ähnlich. Arbeitgeber sind in den allermeisten Fällen Privatpersonen. Wie die Bauern dürfen auch sie derzeit ihre Angestellten nicht überprüfen. Erschwerend kommt im privaten Pflegebereich hinzu, dass hier keine Nasenflügeltests zur Verfügung stehen. <BR /><BR />Zum regelmäßigen Corona-Test verpflichtet werden können die Pflegerinnen derzeit noch nicht. „Umso wichtiger ist nach wie vor die strikte Einhaltung der Corona-Maßnahmen, sprich Maske tragen, Hygieneregeln einhalten und regelmäßig lüften“, mahnt Dr. Franzoni an. „Und noch wichtiger wäre, dass die Betreuten 2 Mal geimpft sind und sich jetzt möglichst schnell mit der dritten Dosis impfen lassen.“ <BR />Immerhin sind von den 33.732 über 80-Jährigen im Land nach wie vor knapp 5000 noch vollkommen ohne Corona-Impfschutz.<BR />