<BR />Als die Politik im Juli 2025 das gemeinnützige Wohnen auf den Weg brachte, wurde die „Stiftung Wohnen“ gegründet, hinter der u.a. Stiftung Liebenau, Stiftung Elisabeth, LVH, Unternehmerverband und 30 Raiffeisenkassen stehen. Als Ziel gab Präsident Leo Resch „1.000 Wohnungen unter dem Landesmietzins“ aus. Startprojekt sollen 30 Wohnungen in Brixen sein. Ob es klappt, entscheidet sich heute, denn bei der Ausschreibung der Gemeinde gab es Konkurrenz. <BR /><BR />Trotzdem wird landauf, landab gemeinnütziges Wohnen angegangen. „Sehr oft von kirchlichen Einrichtungen“, so Resch. Sechs Projekte wurden laut Landesrätin Ulli Mair 2025 eingereicht und sind jetzt in der Genehmigungsphase. Sie befinden sich im Ahrntal, Gargazon, Sterzing, Auer, Deutschnofen und Sand in Taufers. Träger sind laut Resch Pfarreien, das Diözesaninstitut zum Unterhalt des Klerus (DIUK) oder Orden. „In Gargazon möchte der Deutschorden den leerstehenden Löwenwirt sanieren und 23 gemeinnützige Mietwohnungen schaffen“, so Resch. In Sand plant die Marien GmbH, die „Alte Post“ von der Gemeinde zu erwerben und 16 Wohnungen zu schaffen. Die Baukonzession in der Hand hat das DIUK für den Bau von 21 gemeinnützigen Wohnungen in Deutschnofen. Aktiv ist es auch in Tramin. „Statt den freien Anteil einer Mischzone spekulativ zu verscherbeln, entstehen 16 gemeinnützige Mietwohnungen“, so Geschäftsführer Andreas Mumelter.<BR /><BR /> Heuer sind die Beitragstermine bis Ende August offen. Die Stiftung Wohnen entwickelt mit der Gemeinde ein Vorhaben in Margreid. „Wir geben Know-how aber auch weiter“, so Resch. In Bruneck gehen die Rienz-Höfe, ein Ex-Kasernenareal, an die Gemeinde über. 300 Wohnungen sollen dort entstehen, darunter ein Teil als gemeinnützige Mietwohnungen. Darüber hinaus machen sich viele Pfarreien vom Gadertal bis Gummer auf den Weg. Steht ein Gebäude seit mehr als zehn Jahren leer, winken 65 Prozent Landesbeitrag für die Sanierung. Bleibt die Frage, ob das Geld mit rund 100 Millionen Euro im Haushalt reicht? „Es gibt die Zusage des Landeshauptmanns, im Nachtragshaushalt nachzulegen“, sagt Mair. <h3> Drei Fragen an Andreas Mumelter</h3><b>Herr Mumelter, warum baut das DIUK gemeinnützige Wohnungen? <BR /></b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Andreas Mumelter: Die Klemme am Mietmarkt bedroht den sozialen Frieden. Eine leistbare Mietwohnung zu finden, ist für Einheimische ein Abenteuer, mit Migrationshintergrund ein Spießrutenlauf. <BR /><BR /><b>Wie sehr hat die Unterstützung des Landes zur Entscheidung beigetragen?<BR /></b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Mumelter: Wir haben auch vorher gebaut, doch fehlte in den Gemeinden oft das Verständnis für Baulandentwicklung , die Baukosten explodierten nach Covid. Nun hat die Politik Antworten gegeben.<BR /><BR /><b>Jetzt machen sich viele auf den Weg...<BR /></b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Mumelter: Ich bin froh um jeden. Neben dem Wobi nehmen sich viele kirchliche Player der Wohnungsnot an. Die Unternehmer, die sich engagieren, sind aber noch zu wenige, denn Geschäft ist es keines. <h3> Hoher Landesbeitrag und im Gegenzug eine kleine Miete</h3>Für Neubau- und Wiedergewinnungsprojekte gibt das Land beim gemeinnützigen Wohnen einen Beitrag von bis zu 55 Prozent auf Planungs- und Baukosten. Sollte die Immobilie seit zehn Jahren ungenutzt sein, kann der Beitrag um bis zu 10 Prozent steigen. Die Förderung ist an die Auflage gebunden, die Wohnungen 30 Jahre lang zu einem Preis zu vergeben, der mindestens fünf Prozent unter dem Landesmietzins liegt. Anträge sind bis Ende August möglich.