Donnerstag, 14. April 2016

Guido Rispoli: Rührung und ein letztes Interview zum Abschied

„Den Sheriff spielen, das liegt mir nicht“, sagt einer, der in den Augen der Öffentlichkeit doch gerade das tut. Im November 2009 hatte Guido Rispoli die Nachfolge von Cuno Tarfusser als Leitender Staatsanwalt in Bozen angetreten, am Donnerstag nahm er offiziell seinen Abschied - auch von "meinem Südtirol". Rispoli tritt nun das Amt als Generalstaatsanwalt in Molise an.

Guido Rispoli bei seiner Abschiedsrede.
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Guido Rispoli bei seiner Abschiedsrede. - Foto: © STOL

Nein, er ist kein gebürtiger Südtiroler. Guido Rispoli erblickte 1961 in Mailand das Licht der Welt, aber im Jahr 1963 zog seine Familie nach Meran. Nach über 50 Jahren ist für ihn nun aber die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen - zumindest in beruflicher Hinsicht. 

In einem STOL-Interview meinte er bezüglich des anstehenden Jobwechsels: "Es ist schon mein Ziel, die letzte Phase meiner Arbeit außerhalb des Landes zu gestalten." Mit 54 Jahren wird Rispoli nun der jüngste Generalstaatsanwalt in Italien. Ihm obliegt die Koordination von 3 Staatsanwaltschaften (Campobasso, Isernia und Larino).

Am Donnerstag sprach er ein letztes Mal bei Gericht in Bozen, dort wo er 1990 als Staatsanwalt seine Karriere begonnen hatte - und konnte sich der Rührung nicht erwehren. 

In jedem Fall war Guido Rispoli gerührt bei seinem Abschied. 

Südtirol werde er sehr vermissen. "Auch wenn es eine lange Strecke ist: Ich werde mich ins Auto setzen, um so oft wie möglich übers Wochenende hier zu sein", so der scheidende Oberstaatsanwalt von Bozen. 

stol/ker

stol