Sonntag, 15. März 2020

Gute Nachricht in Corona-Zeiten: Positive Frau hat in Bozen entbunden

Am Krankenhaus Bozen hat eine positiv auf den Coronavirus getestete Frau einen Buben zur Welt gebracht. „Alle haben ohne Zögern alles darangesetzt, die Geburt gelingen zu lassen“, sagt Primar Martin Steinkasserer.

Am Krankenhaus in Bozen hat eine Covid-19-positive junge Frau einen Buben zur Welt gebracht.
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Am Krankenhaus in Bozen hat eine Covid-19-positive junge Frau einen Buben zur Welt gebracht. - Foto: © Unsplash/Christian Bowen
Die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus tragen dazu bei, dass das viele Schöne, das zeitgleich geschieht, aus dem Blickfeld gerät. So hat am Samstag im Krankenhaus Bozen eine junge, Covid-19-positive Mutter einem gesunden Buben das Leben geschenkt. Beiden geht es den Umständen entsprechend gut.

Für den Primar der Gynäkologie und Geburtshilfe, Martin Steinkasserer, ist es schön, auch solche Nachrichten zu verkünden: „Die Situation war schwierig. Die junge Frau, eine bereits bekannte Risikopatientin, kam in die Notaufnahme mit hohem Fieber. Bei allen schwangeren Patientinnen mit dieser Symptomatik wird automatisch ein Abstrich durchgeführt und wsie erden uns vorgestellt. Nach Einschätzung der Lage haben wir die junge Frau aufgenommen und isoliert, obwohl wir das Ergebnis des Testes anfangs noch nicht hatten. Die Patientin wurde deshalb als potenziell infiziert betrachtet – was sich später auch bestätigt hat. Im Laufe der Nacht hat sich die respiratorische Situation der Mutter verschlechtert, weshalb wir einen raschen Kaiserschnitt durchführen mussten.“

„Viele haben Alles darangesetzt, den Eingriff gelingen zu lassen“

Der nicht einfache Eingriff wurde unter großen Sicherheitsvorkehrungen für Mutter, Kind und Mitarbeitende durchgeführt. „Es ist außerordentlich, was das gesamte Team hier geleistet hat. Ich bin unglaublich stolz auf die gute Zusammenarbeit aller“, erklärte Steinkasserer. „Hebammen, Ärzte aus den Bereichen der Intensivmedizin, Pneumologie, Infektiologie und Neonatologie, aber auch die Mitarbeitenden des Labors für Mikrobiologie und Virologie haben ohne Zögern alles darangesetzt, diesen kritischen Kaiserschnitt und die nachfolgende Betreuung von Mutter und Kind gelingen zu lassen. Keiner hat auf die Uhr geschaut, obwohl es mitten in der Nacht war. Es war ein Superzusammenspiel.“

Mutter und Kind geht es gut

Obwohl die Mutter erkrankt ist, geht es ihr den Umständen entsprechend gut. Der kleine Bub ist derzeit Coronavirus-frei und befindet sich aufgrund des frühen Startes ins Leben (36. Woche) in der Frühgeborenenabteilung. Die frischgebackene Mama wird noch einige Zeit isoliert bleiben müssen, doch die wichtigste Botschaft ist wohl, dass es Beiden gut geht und die Familie sich auch in diesen Tagen über gesunden Nachwuchs freuen kann.

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lpa

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