„Ja“, sagt die Autorin, und verrät im Interview, welche Rolle der Einkauf dabei spielt.<BR /><BR /><b>Wie ernährt man sich überhaupt „gut“?</b><BR />Kathrin Kötz: Ich glaube, wichtig ist es, sich ausgewogen zu ernähren. Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte sollten über die Woche verteilt auf dem Speiseplan stehen. Fleisch und Fisch nur in Maßen. Und man sollte nicht nur runterschlingen, sondern mit Genuss essen. Wichtig ist auch, dass man sich am Essen erfreut. <BR /><BR /><b>Wie funktioniert das? Beim Essen auf Qualität und gleichzeitig auf Sparsamkeit setzen?</b><BR />Kötz: Das funktioniert, wenn man geschickt einkauft und auf saisonale Produkte setzt. Nachdem man die Produkte verarbeitet hat, verwertet man all jene Dinge weiter, die übrig geblieben sind und kreiert daraus ein neues Gericht. So muss man auch nicht immer wieder neu einkaufen. Die Gerichte halten sich auch ein bis 2 Tage im Kühlschrank, und man kann sie wunderbar für die Mittagspause bei der Arbeit oder in der Schule mitnehmen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="958714_image" /></div> <BR /><BR /><b>Worauf sollte man beim Einkauf noch achten?</b><BR />Kötz: Bei Lebensmitteln, die nicht frisch sind, z. B. Mehl, Zucker, Linsen oder Butter – gerade letzteres ist teuer geworden – nutze ich die Angebote im Supermarkt. Ich kaufe also oft gleich größere Mengen und friere alles, was nicht problemlos länger haltbar ist, ein. Beim Fleisch bin ich bereit, mehr Geld auszugeben und kaufe beim Metzger oder Direkterzeuger. Einfach, um zu vertrauen, woher das Fleisch kommt. Wichtig ist auch die Saisonalität der Produkte.<BR /><BR /><b>Warum?</b><BR />Kötz: Auch da kann ich sparen. Wenn ich jetzt etwa Erdbeeren kaufe, die keine Saison haben, sind sie teurer. Mal ganz abgesehen davon, dass sie geschmacklich nie an die vom Sommer herankommen.<BR /><BR /><b>Ist es auch empfehlenswert, einen wöchentlichen Speiseplan zu erstellen?</b><BR />Kötz: Wenn man sich am Anfang der Woche überlegt, was man grob kochen möchte, ist das von Vorteil. Z. B. kann ich ein Gericht mit Reis als Beilage kochen. Wenn man etwas Reis übrig hat, macht man 2 Tage später daraus gebratenen Reis. Außerdem kann ich die Gerichte so auswählen, dass sie mein Wochenbudget nicht sprengen und ich trotzdem ein etwas teureres Fleischgericht auf den Tisch bringen kann. <BR /><BR /><b>In Ihrem Buch finden sich 90 Rezepte. Wie aufwendig sind </b><b>sie? </b><BR />Kötz: Ich finde es schrecklich, stundenlang in der Küche zu stehen. Gerade abends hat man oft keine Lust mehr, lange zu kochen, das Essen sollte aber doch frisch und gesund sein. Deshalb habe ich Gerichte ausgewählt, die alle innerhalb von 30 bis 40 Minuten auf dem Tisch stehen, manche auch viel schneller. Mir war auch wichtig, Rezepte zu verwenden, die nicht viel Ausstattung benötigen. Das meiste kann man mit Topf, Pfanne, Messer und Brett zubereiten. Und hinterher sollten der Abwasch und das Aufräumen auch nicht zu viel Arbeit machen.<BR /><BR /><b>Also sind es Rezepte, die man im Grunde jeden Tag nutzen kann?</b><BR />Kötz: Genau, einige sind auch für besondere Gelegenheiten oder fürs Wochenende. Aber auch für diese Rezepte muss man(n) oder frau nicht stundenlang am Herd stehen. Das sind Rezepte, die eine Vorbereitungszeit erfordern und dann meistens im Ofen garen. In dieser Zeit kann man sich auch anderen Dingen widmen. <BR /><BR /><b>Sie arbeiten selbst seit vielen Jahren als Lektorin. Hat es sie gereizt, einmal die Seiten zu wechseln? </b><BR />Kötz: Das hat mich unheimlich gereizt (lacht). Normalerweise liegen die Kochbücher schon fertig vor mir. Als meine Kinder an die Uni gingen, fragten sie mich oft um Rat: Was kann ich kochen? Es sollte nicht zu teuer sein, aber doch so gut wie zu Hause schmecken. Anfangs schrieb ich einige Rezepte für sie auf, irgendwann kam dann die Idee fürs Buch.