Für ihren Einsatz wurde sie von der Gemeinde Bozen ausgezeichnet. <BR /><BR /><b>Frau Dariz, Sie sind sehr lange schon in Bozen beheimatet. Wie fühlen Sie sich hier als Ladinerin?</b><BR />Dolores Dariz: Eigentlich gut. Ich bin seit meinem Umzug hierher Mitglied der ‚Comunanza de Ladins‘ und habe mir die Anliegen meiner ladinischen Landsleute zu eigen gemacht und mich stets bemüht, meine kulturelle und auch sprachliche Herkunft zu bewahren, zu vermitteln und weiterzupflegen.<BR /><BR /><b>Wofür haben Sie sich besonders stark gemacht?</b><BR />Dariz: Wir Ladiner hatten damals keine eigenständige Wohnmöglichkeit, da musste etwas unternommen werden. So bin ich zusammen mit mehreren Gleichgesinnten zur damaligen Präsidentin des Wohnbauinstituts, Rosa Franzelin Werth, gegangen, die ein offenes Ohr für unser Anliegen hatte. Daraufhin wurde die ‚Ciasa di Ladins‘ aus der Taufe gehoben, in der Ladinern, die hier arbeiten oder studieren, eine Unterkunft unter einem gemeinsamen Dach zur Verfügung gestellt werden konnte. In diesem Haus befinden sich immerhin 32 Kleinwohnungen. <BR /><BR /><b>Was haben Sie noch alles getan bzw. um was haben Sie sich weiters gekümmert?</b><BR />Dariz: Da kam im Laufe der Jahre doch einiges zusammen. Ich war auch Gemeinderätin für die Liste ‚Ladins‘ in Bozen und habe die Interessen meiner Landsleute vertreten. Wir sind hier eine Minderheit in der Minderheit, es gibt nur wenige Hundert Ladiner in Bozen, da ist es nicht so einfach, dass wir wahrgenommen werden. Konkret haben wir einen Kongress mit den Ladinern aus dem Friaul und der Schweiz organisiert, wir haben zahlreiche Ausstellungen und Konzerte mit ladinischen Künstlern veranstaltet, diesen eine größere Sichtbarkeit gegeben. Was wir wiederholt unternommen haben, sind Busausflüge für junge Menschen, damit sie unsere ladinischen Täler und Orte kennenlernen, sie nicht vergessen, wissen, wo ihre Wurzeln sind. <BR /><BR /><b>Gibt es einen Treffpunkt für die Ladiner in Bozen?</b><BR />Dariz: Ja, in der Kapuzinerkirche findet alljährlich eine heilige Messe auf Ladinisch statt. Diese dient insbesondere dazu, damit sich die in Bozen lebenden Ladiner treffen und besser kennenlernen können. Dadurch wird unsere Gemeinschaft gestärkt und wir fühlen uns wie zu Hause.<BR /><b><BR />Unabhängig von Ihrem Engagement für die ladinische Sache, waren Sie auch in vielen anderen Bereichen des Stadtlebens tätig.....</b><BR />Dariz: Ich war unter anderem in der Landesmensa als Präsidentin tätig, bei den „Amici della lirica“ (Opernfreunde) hab ich mitgearbeitet, auch in der Bozner Messe und im Stadtclub, meist als Kassiererin oder dort, wo man mich eben gebraucht hat. Besonderes am Herzen liegt mir mein Amt als Verwaltungsrätin der Kofler-Stiftung, einem Mädchenheim für Oberschülerinnen, das in der Altstadt Bozens angesiedelt ist.<BR />