Es war am Sonntag genau um elf Uhr – kurz nach dem Mord an Walter Platter in Pille bei Volta Mantovana – als der mutmaßliche Täter Omar Bianchera seine Mutter anrief. Seine Erklärung, er habe Walter „anstelle“ von Luis Platter getötet, weist den Ermittlern zufolge daraufhin, dass er vorgehabt habe, zu morden – auch wenn das Opfer nicht die „Zielperson “ gewesen sei.Für Biancheras Verteidiger Angelo Villini ist der Vorwurf des Vorsatzes nicht nachvollziehbar. „Wenn jemand ein oder mehrere Verbrechen von langer Hand plant, dann versucht er, mögliche Fehler vorab auszuschließen: Er beobachtet die Personen, weiß genau über ihren Tagesablauf Bescheid und somit auch, ob und wann er sie wo antreffen kann. Mein Mandant hat aber offensichtlich nicht gewusst, dass Luis Platter nicht zuhause war“, erklärte Villini gestern. Auch die Aussage jenes Mannes, der erklärt hatte, Bianchera habe ihm Tage zuvor von drei „bereits geschaufelten Gräbern“ erzählt, zähle nicht viel: „Wer hat nicht schon einmal wütend gesagt: Den- oder diejenige könnte ich umbringen.“ Villini ist überzeugt, dass – spätestens – nach dem Mord an dessen Ex-Frau bei Bianchera „alle Sicherungen durchgebrannt sind: Er ist ja jetzt noch völlig verwirrt.“Gestern Vormittag hat Pathologe Franco Tagliaro in Verona mit der Autopsie an Biancheras Opfern begonnen. Die Ergebnisse sollen heute vorliegen.d/rc