Mittwoch, 08. November 2017

Hackerbande aufgeflogen – Ermittlungen auch in Südtirol

Ausgerechnet bei 2 deutschen Gerichten hat sich eine jetzt aufgeflogene, international agierende Bande von Telefonbetrügern eingewählt. Deutsche und italienische Ermittler durchsuchten seit April in Italien zahlreiche Objekte, darunter in Bozen, Mailand, Ancona und Rom, um den Tätern das Handwerk zu legen. Am Mittwoch hat die Bozner Quästur über die Ermittlungen berichtet.

Diverse Computer und Telefonanlagen, die dem Hackangriff dienten, wurden beschlagnahmt werden.- Foto: Quästur
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Diverse Computer und Telefonanlagen, die dem Hackangriff dienten, wurden beschlagnahmt werden.- Foto: Quästur

Neben dem Landgericht Osnabrück (Niedersachsen) und dem Oberlandesgericht Hamm (Nordrhein-Westfalen) zählten weitere Firmen und Behörden in Deutschland und im europäischen Ausland zu den Geprellten.

Deutsche und italienische Ermittler durchsuchten daraufhin seit April in Italien zahlreiche Objekte, darunter in Bozen, Mailand, Ancona und Rom. Dabei konnten diverse Computer und Telefonanlagen, die dem Hackerangriff dienten, beschlagnahmt werden.

Großangelegter Betrug

Die Bande soll zwischen 2011 und 2017 in mehr als 300 Fällen über das Internet nach großen Telefonanlagen von Unternehmen gesucht, sich in diese eingewählt und eine Rufumleitung eingerichtet haben. Diese leitete die Anrufe auf die von den Betrügern angemieteten teuren Mehrwertdienste-Nummern um. Schließlich sorgten die Betrüger für möglichst viele Anrufe, die innerhalb kürzester Zeit auf die kostenpflichtigen Nummern umgeleitet wurden. Auf diesen Kosten blieben schließlich die Unternehmen sitzen. Dies war nur eine der Maschen mit der die Betrüger einen Gesamtschaden in Höhe von 3,5 Millionen Euro ergaunert haben sollen.

Im Zuge der Ermittlungen wurde zunächst bei 4 von 13 Beschuldigten ein europäischer Haftbefehl vollstreckt, im Anschluss wurden 2 weitere Personen festgenommen. Bei den Festgenommen handelt es sich um 6 Personen pakistanische Staatsbürger, die  sich alle regulär in Italien aufhalten.

dpa/stol

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