Die Geschichte begann mit der Festnahme des Mannes. Er war von den Sicherheitskräften verhaftet worden, weil gegen ihn ein Urteil rechtskräftig geworden war. Einige Monate Haft musste er noch absitzen.Im Festnahmeprotokoll ist festgehalten: „In einer Tabaktrafik/Lottoannahmestelle verhaftet, kurz zuvor hatte er einen Lottoschein abgegeben“. Protokolliert wurde laut den Erhebungen auch, was ihm bei seiner Ankunft im Gefängnis abgenommen worden war: Handy, Geld, Zigaretten und einige Zettel.Sobald der Häftling aus dem Gefängnis freigekommen war, ging er in die Lottoannahmestelle, um zu kontrollieren, ob er gewonnen hatte. Weil er immer dieselben Nummern spielt, soll der Mann in der Annahmestelle gewusst haben, dass der Häftling gewonnen hatte. Der Gewinn konnte aber nicht ausbezahlt werden: Der Lottozettel war verschwunden. Deshalb erstattete der Häftling Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Staatsanwalt Igor Secco hat die Ermittlungen aufgenommen; den ehemaligen Häftling hat er auch angehört, um seine Version der Vorfälle zu kennen. In den nächsten Tagen wird Richter Carlo Busato die drei Gefängniswärter zu den Vorwürfen anhören.Unterschlagung im Amt ist ein schwerer Vorwurf – die Straftat wird von Artikel 314 des Strafgesetzbuchs geahndet. Darauf stehen Haftstrafen von drei bis zehn Jahren.D