Sonntag, 05. Mai 2019

Hamas-Chef Haniya signalisiert Bereitschaft zu Waffenruhe

Nach dem schwersten Ausbruch militärischer Gewalt seit dem Gaza-Krieg vor fünf Jahren hat der Chef der im Gazastreifen herrschenden Hamas Bereitschaft zu einer neuen Waffenruhe mit Israel signalisiert. Ismail Haniya teilte am Sonntagabend in einer Stellungnahme mit, eine neue Feuerpause sei möglich, wenn Israel sich einer Waffenruhe ebenfalls verpflichtet zeige.

Foto: © APA/AFP

In der Stellungnahme forderte er eine Aufhebung der seit mehr als zehn Jahren dauernden israelischen Blockade des Gazastreifens, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Anderenfalls werde es weitere Konfrontationen geben.

Der Konflikt zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen hat erneut viele Todesopfer gefordert. Mindestens vier Israelis wurden am Sonntag bei massiven Raketenangriffen aus Gaza getötet und mehr als hundert verletzt, wie israelische Medien berichteten.

Bei Gegenangriffen der israelischen Armee wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza am Sonntag mindestens 16 Palästinenser getötet. Damit stieg die Zahl der seit Samstag im Gazastreifen getöteten Palästinenser auf 22; rund 150 wurden verletzt.

Seit Samstag feuerten militante Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee mehr als 650 Raketen auf israelische Ortschaften ab. Israels Luftwaffe bombardierte als Reaktion auf die Angriffe mehr als 250 Ziele in dem Küstenstreifen.

Nach einer stundenlangen Sitzung wies das israelische Sicherheitskabinett um Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Armee am Sonntagabend an, die Angriffe fortzusetzen.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres rief die Konfliktparteien zu „maximaler Zurückhaltung“ auf. Guterres verurteile die Raketenangriffe auf Zivilisten in Israel „auf das Schärfste“, hieß es in New York in einer Mitteilung der Vereinten Nationen.

Alle Seiten sollten „sofort deeskalieren“. Der UNO-Nahost-Gesandte Nickolay Mladenov arbeite eng mit dem als Vermittler aktiven Ägypten und allen anderen Beteiligten zusammen, „um wieder Ruhe herzustellen“, hieß es weiter.

apa

stol