Ein zündelndes Kind hat den für drei Menschen tödlichen Brand in einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft verursacht. Der 13-Jährige sei Mitglied der Jugendfeuerwehr und habe die Tat eingeräumt, teilte die Polizei am Samstag mit. Der strafunmündige Junge wurde zunächst in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) betreut. Ein Richter werde entscheiden, wie es mit dem Jungen weitergeht, sagte am Sonntag ein Polizeisprecher. Bei dem Brand in einem Mehrfamilienhaus kamen am Mittwochabend eine 33-jährige Pakistanerin und ihre beiden sechs und sieben Jahre alten Söhne ums Leben. 27 Bewohner wurden verletzt.Angehörige des Täters erschüttert„Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der verstorbenen Familie“, ließen die „erschütterten Angehörigen“ des 13-Jährigen am Sonntag über Klinik-Direktor Michael Schulte-Markwort mitteilen.„Unsere Aufgabe ist es, den Jungen so zu behandeln, dass er trotz dieser schweren Schuld weiterleben kann“, erklärte er.Tat weder politisch noch persönlich motiviertDie Tat sei weder politisch noch persönlich motiviert gewesen, auch sei der 13-Jährige kein notorischer Brandstifter.„Am Mittwoch hatte er für alle unvorhersehbar und plötzlich den Impuls, Papier in einem ihm unbekannten Haus anzuzünden. Die Folgen seines Handelns waren ihm nicht klar. Keinesfalls wollte er das Haus anzünden“, erläuterte Schulte-Markwort den „ungerichteten aggressiven Impuls“.Fassungslosigkeit in HamburgDie Hamburger Feuerwehr vernahm fassungslos, dass ein Angehöriger ihrer Jugendfeuerwehr für den Brand verantwortlich sein soll.Man werde diesen Vorfall aufarbeiten, um gezielte Rückschlüsse für die Jugendarbeit zu erlangen.Drei Tage nach dem Brand gedachten in Hamburg 700 Menschen bei einem Trauermarsch der Toten.Die Familie aus Pakistan lebte seit 2002 in Hamburg, sagte eine Sprecherin des zuständigen Landesbetriebs „Fördern & Wohnen“.Die Eltern und die beiden Kinder hätten eine Duldung gehabt. Der Vater war während des Brandes nicht zu Hause, er war erst bei den Löscharbeiten zurückgekehrt.dpa