Freitag, 16. Oktober 2020

Handel mit gefälschtem Nobelwein: 13 Beschuldigte in Italien

Weil sie weltweit gewöhnlichen Wein als Qualitätstropfen des Typs „Bolgheri Sassicaia“ verkauften, sind 2 lombardische Unternehmer festgenommen worden. Zudem wurden Ermittlungen gegen weitere 11 Personen aufgenommen, teilte die Finanzpolizei von Florenz mit.

2 Unternehmer aus der Lombardei haben gewöhnlichen Wein als teuren Qualitätswein verkauft. - Foto: © ANSA / gdf
Die beiden Unternehmer hatten eine Organisation aufgebaut, die bis ins kleinste Detail die Etiketten mit dem registrierten Qualitätssiegel „Doc Bolgheri Sassicaia“ fälschte.

Die Flaschen wurden weltweit als echter toskanischer Qualitätstropfen der Jahrgänge 2010 bis 2015 verkauft. Dabei handelte es sich um Wein niedriger Qualität aus Sizilien. Auf diese Weise soll die Bande 400.000 Euro monatlich lukriert haben.

Die Ermittler beschlagnahmten 80.000 gefälschte Etiketten, Flaschen, Korken und Holzschachteln, mit denen die Organisation 6600 Flaschen füllten wollte, die ihnen 2 Millionen Euro einbringen hätten können.

41 Kisten mit gefälschtem „Sassicaia 2015“ waren zum Export bereit.
Zu den Kunden zählten Südkoreaner, Russen und Chinesen, die tausende Flaschen bestellt hatten. Nur ein kleiner Teil der Produktion wurde in Italien verkauft. Die beiden Festgenommenen waren für die Abfüllung der Flaschen zuständig. Die Ermittlungen führten auch zur Anzeige von Mitarbeitern der Unternehmer.

Durch Produktpiraterie in der Lebensmittelbranche werden nach Angaben des Verbandes der italienischen Nahrungsmittelindustrie Federalimentare jährlich 2,6 Milliarden Euro umgesetzt. Wein und Spirituosen zählen zu den am häufigsten gefälschten Produkten.

apa

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