Mit dem Mediationsverfahren sollen die Streitigkeiten beigelegt werden, bevor sie überhaupt vor Gericht gebracht werden können. Denn derzeit lähmen 5,6 Millionen Streitfälle die italienische Zivilgerichtsbarkeit, was zu zu langen Verfahrenszeiten und hohen Kosten führt.Deshalb verzichten viele Bürger und Unternehmen darauf, ein verletztes Recht oder nichtbezahlte Forderungen einzuklagen.Durch die Mediation sollen die italienische Justiz entlastet und die Verfahrenszeiten beschleunigt werden. Die Handelskammer Bozen verfügt bislang über die einzige anerkannte Mediationsstelle in ganz Südtirol.Das Ziel der Mediation ist es, Streitigkeiten in eine konstruktive Auseinandersetzung zwischen Kläger und Angeklagtem umzuwandeln. Falls das Mediationsverfahren innerhalb von vier Monaten keine Einigung bringt, kann sich der Antragssteller an einen Friedensrichter, an das Landesgericht oder an ein Schiedsgericht wenden. Die Mediationsstelle der Handelskammer Bozen bietet seit fünf Jahren Mediationen im Wirtschaftsbereich an. Im Durchschnitt wird ein Mediationsverfahren in der Handelskammer in weniger als zwei Monaten abgewickelt. „Dies stellt einen wesentlichen Vorteil gegenüber einem ordentlichen Gerichtsverfahren dar, das sich über Jahre hinziehen kann“, so Ivo Morelato, Verantwortlicher der Mediationsstelle der Handelskammer Bozen. Rund 200 Unternehmer haben das Angebot in den letzten Jahren in Anspruch genommen.Diese Erfahrungen werden ab nun auch bei zivilrechtlichen Verfahren genutzt. Um ihre Aufgabe zu meistern, verfügt sie bereits über 40 Mediatoren. Die ersten obligatorischen Mediationsverfahren bei der Handelskammer Bozen sind bereits angelaufen. Für die einfache und kundennahe Abgabe der Anträge stehen die Außenstellen der Handelskammer zur Verfügung. Um die Öffentlichkeit mit der Pflichtmediation und deren Ablauf vertraut zu machen, sind am 4. und am 10. Mai kostenlose Infoabende in der Handelskammer geplant.