Freitag, 30. April 2021

Handelskammer: „Kommunikation der Antigentests schadet Südtirols Image“

Die Handelskammer Bozen beklagt einen Imageschaden für Südtirol aufgrund der Kommunikation der positiven Antigen-Schnelltests und veröffentlicht zur besseren nationalen und internationalen Vergleichbarkeit nun auf ihrer Internetseite ein Datenblatt, das ausschließlich auf den PCR-Tests beruht.

Die Handelskammer kritisiert die Kommunikation der            positiven Antigentests, weil dies dem Image von Südtirol schade.
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Die Handelskammer kritisiert die Kommunikation der positiven Antigentests, weil dies dem Image von Südtirol schade. - Foto: © APA/dpa / Sebastian Gollnow
„Im italienischen Staatsgebiet außerhalb Südtirols sowie in Österreich und Deutschland werden nur die mittels PCR-Test positiven Corona-Fälle veröffentlicht. Da der Südtiroler Sanitätsbetrieb auch die Anzahl der Antigen-Schnelltests publiziert, erscheint die 7-Tage-Inzidenz hierzulande unverhältnismäßig höher und verursacht Imageschäden“, erklärt die Handelskammer in einer Aussendung.

Durch die Kommunikation der Anzahl der positiven Antigen-Schnelltests zusätzlich zu den positiven PCR-Tests vonseiten des Südtiroler Sanitätsbetriebs sei laut der Handelskammer bereits ein großer Imageschaden für Südtirol entstanden und entstehe auch weiterhin: „Bei der Kommunikation der Coronazahlen ist es sinnvoll, dass Südtirol sich den internationalen Standards anpasst. Darüber hinaus muss Datensicherheit herrschen.“

Am gestrigen Donnerstag lag die aus positiven PCR-Tests und positiven Antigen-Schnelltests kombinierte 7-Tages-Inzidenz in Südtirol beispielsweise bei 100. Würden jedoch wie es zum Beispiel in den italienischen Gebieten außerhalb Südtirols, Österreich oder Deutschland üblich ist, nur die PCR-Tests in die Berechnung einfließen, so hätte man gestern für Südtirol eine 7-Tage-Inzidenz von 55 verzeichnet.

„Da in Südtirol zur Berechnung der 7-Tage-Inzidenz neben den positiven PCR-Tests auch die positiven Antigen-Schnelltests herangezogen werden, entsteht bei den Personen, die nicht aus Südtirol kommen, ein falscher Eindruck. So haben deutsche Medien berichtet, dass Südtirol unverantwortlicher Weise länger geöffnet hielt, obwohl es viele Coronafälle gegeben hat. Hätte man jedoch, wie es Italien, Deutschland und Österreich machen, nur die positiven PCR-Tests kommuniziert, wäre auch hier die 7-Tage-Inzidenz deutlich niederer gewesen“, beklagt die Handelskammer.

Deshalb hat die Handelskammer Bozen entschieden, auf ihrer Internetseite ein Datenblatt zu veröffentlichen, in dem nur die positiven PCR-Tests einfließen: „Besonders für Südtirols Gäste ist dieses interessant, da es mit den Zahlen ihrer Heimatländer vergleichbar ist.“

Auf der offiziellen Seite der EU zu den Corona-Zahlen scheint bei der Statistik zu den verschiedenen Ländern immer noch die Anmerkung auf, dass Südtirol am 22. März 10.665 zusätzliche Fälle nachgemeldet hat, die sich auf den Zeitraum vor dem 15. Januar 2021 beziehen. Dies sind positive Fälle aus Antigen-Schnelltests, welche mit PCR-Tests nachgetestet wurden. „Solche Datenpannen gilt es zu vermeiden, da diese der Glaubwürdigkeit bzw. dem Image von Südtirol schaden“, fordert die Handelskammer.

Das Datenblatt der Handelskammer, das auf den PCR-Tests beruht, wird auf ihrer Website veröffentlicht. Neben der 7-Tages-Inzidenz enthält es auch die Reproduktionszahl (Rt-Wert), eine Landkarte mit der Situation in den verschiedenen Gemeinden sowie die wichtigsten Corona-Maßnahmen in Südtirol.

stol