Freitag, 22. Mai 2020

Handelskammer warnt: Konsumklima bricht ein

Die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und die darauffolgenden Einschränkungsmaßnahmen haben zu einem starken Rückgang des Konsumklimas in Südtirol geführt, wie die Südtiroler Handelskammer in einer Pressaussendung betont.

Das Konsumklima ist in ganz Europa eingebrochen.
Badge Local
Das Konsumklima ist in ganz Europa eingebrochen. - Foto: © shutterstock
Im April lag der entsprechende Index bei -20,8 Punkten: Dies entspricht einer wesentlichen Verschlechterung im Vergleich zu den -4,7 Punkten der vorherigen Jänner-Umfrage. Dieser Absturz um mehr als 16 Punkte stellt den deutlichsten Rückgang dar, den das WIFO im Rahmen seiner vierteljährlichen Erhebung zum Konsumklima jemals verzeichnet hat.

Darüber hinaus ist der aktuelle Indexwert niedriger als der im Herbst 2012 während der Finanzkrise verzeichnete Tiefstand, der bei -19,0 Punkten lag.

Die Erwartungen der Konsumenten haben sich laut Presseaussendung der Handelskammer stark verschlechtert, sei es was die zukünftige finanzielle Lage ihrer Familien betrifft, sei es vor allem in Bezug auf die Entwicklung der Südtiroler Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in den kommenden Monaten. Positiv ist laut Handelskammer jedoch, dass die Kaufabsichten für langlebige Güter, wie z. B. Haushaltsgeräte und Möbel, praktisch unverändert geblieben sind. Dies ist besonders wichtig, weil es Hoffnung auf eine rasche Erholung der Konsumausgaben gibt.

Probleme in ganz Europa

Der in Südtirol beobachtete Einbruch des Konsumklimas stehe im Einklang mit dem, was im übrigen Europa geschehen ist. Der Index für die Europäische Union (EU27) betrug im April -24,7 Punkte, mit einer Abnahme um 18,1 Punkte im Vergleich zum Jänner.

Im selben Zeitraum betrug der Rückgang bei Südtirols wichtigsten Handelspartnern Deutschland und Österreich 15,2 Punkte bzw. 19,3 Punkte. In Italien wurde das Konsumklima im April aufgrund der Lockdown-Maßnahmen nicht erhoben, im März lag der Index aber bereits 10 Punkte unter dem Niveau vom Jänner.

„Beispiellose Krise“

„Die Sorgen der Südtiroler Familien spiegeln die Sorgen unserer Unternehmen wider. Das gesamte Wirtschaftssystem befindet sich in einer beispiellosen Krise. Eine starke Unterstützung der Unternehmen ist in dieser Neustartphase unerlässlich, um Liquiditätskrisen zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Wirtschaft wieder Einkommen und Beschäftigung schaffen kann“, so Handelskammerpräsident Michl Ebner.

stol

Schlagwörter: