Am Samstag haben sich Landeshauptmann Luis Durnwalder und Landesrat Florian Mussner ein Bild der Lage verschafft. "Wir werden den betroffenen Familien nach Möglichkeit beistehen", so Durnwalder.40 Hektar Fläche ist derzeit in den Weilern Sotrù und Anvì in Bewegung, allerdings mit einer weit geringeren Geschwindigkeit als noch am Freitag.Waren am Freitag noch Rutschgeschwindigkeiten von bis zu 80 Metern pro Stunde festgestellt worden, so sind es am Samstag "nur" noch rund 10 bis 15 Meter.Auch ist bis auf die bereits gestern beschädigte Zufahrtsstraße derzeit keine weitere Infrastruktur von der Rutschung betroffen. Noch immer sind allerdings elf Familien, insgesamt 36 Personen, evakuiert.Durnwalder: „Keine Vorhersagen möglich“Am Samstagvormittag hat sich Landeshauptmann Durnwalder, in der Landesregierung für den Zivilschutz zuständig, gemeinsam mit Landesrat Mussner, Ressortdirektor Heinrich Holzer und Hanspeter Staffler, Leiter des Landeszivilschutzes, ein Bild der Lage verschafft und die Arbeit des Zivilschutzes, der Landesabteilung Wasserschutzbauten, der Geologen und Feuerwehrleute vor Ort in Augenschein genommen.„Derzeit ist es nicht möglich vorherzusagen, wie sich die Lage entwickelt, wir beobachten den Hangrutsch allerdings rund um die Uhr", so Durnwalder, der betont, dass man künftige Maßnahmen erst festlegen könne, wenn die Akutphase vorbei sei.In der Zwischenzeit würden die Experten vor Ort verbleiben. Bereits am Montag werde die Landesregierung darüber befinden, wie den betroffenen Familien geholfen werden könne.Heikle Situation an der GaderKopfzerbrechen bereitet den Zivilschützern derzeit die Lage an der Gader, wohin sich der Hang derzeit bewegt und die durch das rutschende Material verlegt werden könne.Die Experten der Landesabteilung Wasserschutzbauten haben indes bereits Risse in den Schutzbauten der Gader feststellen müssen, damit auch beim Verlegen des Bachbettes der Durchfluss gewährleistet wird, ist man derzeit aber dabei, mit Raupenfahrzeugen ein Waldstück zu räumen, um dort Rohrleitungen verlegen zu können, durch die die Gader umgeleitet werden könnte.Auch wurden Maßnahmen ergriffen, um den Weiler Sottrú und den Martara-Hof zu schützen.Aufgaben verteiltFestgelegt wurde heute auch, wer welche Aufgaben übernimmt. Für die Verlegung der Rohre sind demnach die Experten der Wildbachverbauung und die Feuerwehr zuständig, die Landesabteilung Forstwirtschaft macht alternative Trassenführungen zwischen Oies, Frenademez und anderen Wohnhäusern aus, die Gemeinde kümmert sich dagegen um die Versorgung der betroffenen Familien.„Hier zeigt sich wieder einmal, wie wichtig eine gute Vorbereitung und Ausbildung unserer Einsatzkräfte ist, grundlegend ist aber, dass die Bereitschaft aller besteht, nach Kräften zu helfen", betont der Landeshauptmann.Am Samstagnachmittag traten die Leiter der Einsatzkräfte noch einmal zusammen, um über die Maßnahmen in den Nacht- und den frühen Sonntagmorgenstunden zu beraten.