Es war der 12. Februar 2012, als ein Mann in den frühen Morgenstunden in einen Autounfall verwickelt wurde. Um den Mann einem Alkoholtest zu unterziehen, wurde er von Beamten der Staatspolizei auf die Quästur gebracht.Der Test war positiv.Anschließend sollen sie ihn von 5.32 bis 7.10 Uhr in einen Raum eingesperrt haben, ohne dass eine Festnahme oder Verhaftung erfolgt wäre.Videomaterial zeigt keinen WiderstandAls der Mann zu randalieren begann, sollen vier Beamte ihn auf den Boden geworfen, ihm die Arme mit Handschellen auf den Rücken gebunden und die Beine mit Isolierband zusammengeklebt haben. Zwei weitere Beamte waren anwesend.Laut den Beamten habe der Mann Widerstand geleistet. Es sei gefährlich für seine eigene Sicherheit gewesen, ihn in angetrunkenem Zustand wieder auf die Straße zu lassen.Allerdings war im Verhörraum eine Videokamera installiert: Das Überwachungsmaterial soll zeigen, dass der Mann keinen Widerstand geleistet haben soll.Nun muss der Richter für Vorerhebungen über den weiteren Verlauf des Verfahrens entscheiden.Quästur Bozen nimmt StellungIn einer offiziellen Stellungnahme erklärte die Quästur Bozen am Montagabend, dass sie vollstes Vertrauen in das Justizsystem habe. Die sechs Angeklagten hätten nun die Möglichkeit zu beweisen, dass sie in gutem Glauben gehandelt hätten.Das Verhalten der Polizisten müsse im Zusammenhang mit ihrem Einsatz bewertet werden, so die Quästur.stol