So gab es gestern ein Einlenken des Landes bei der sogenannten vernetzten Gruppenmedizin, die derzeit in Südtirol mehrheitlich aus einem Gespann von zwei Hausärzten besteht. Das Land sähe lieber größere Gruppen und wollte Gruppen ab drei Hausärzten mehr finanzielle Zuwendungen für Sekretariat und Krankenpfleger zukommen lassen. Davon hätten dann bestehende Zweier-Gruppen nicht profitiert. <BR />Das scheint vom Tisch, die Honoraraufstockungen sollen nun allen zugutekommen. Honoriert werden sollen auch innovative Ansätze wie Telemedizin oder erweiterte Öffnungszeiten der Praxen. Dafür bleibt das Land in Sachen Betreuungskontinuität im Aktivdienst hart.<BR /> „Wir bieten Ärzten, die Nacht- oder Wochenenddienste in einem Gemeinschaftshaus übernehmen, pro geleisteter Stunde 65 Euro“, erklärt Ressortchef Michael Mayr. Bei zweimal acht Stunden Dienst gleiche dies auch die Einbußen der Hausärzte aus, die ihnen durch den Wegfall der bisherigen Zulagen für die derzeitige Rufbereitschaft außerhalb der Ordinationszeiten entstehen werden. <BR />Heißt aber auch: Wer keine Stunden dort leistet (die Jungärzte sind vertraglich verpflichtet, die Etablierten nicht), muss Einbußen hinnehmen. <BR /> „Wer mehr arbeitet, soll auch mehr verdienen“, sagt hingegen Dr. Domenico Bossio, der für die Gewerkschaft FIMMG mitverhandelt. Doch allen schmeckt das nicht. <BR /> Ein noch ungelöster Knackpunkt ist die Hausarztbetreuung der Patienten der Altersheime. Bislang wird diese über Rechnungen der Ärzte vergütet, womit nichts in die Rentenkasse fließt. Das wiederum hätten die Gewerkschaften gerne geändert. Dort beharrt man auch auf der Einführung der freien Arztwahl für die Heimbewohner. <BR /><BR />Kritik kommt „von außen“: Ärztekammerpräsidentin Dr. Astrid Marsoner findet: „Besser wäre es, aus Freiberuf und Konvention einen Vertrag zu basteln, der Südtirol für Hausärzte als Arbeitsplatz wieder attraktiv macht.“ Bleibt also noch jede Menge Zündstoff für die weiteren Verhandlungen, die am 12. Jänner weitergehen.