Nach den Beschneidungen mussten die Buben in mehreren Fällen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein kleiner Patient wurde mit einer Benzodiazepin-Vergiftung stationär behandelt, nachdem der Arzt ihm zur Beruhigung während des Eingriffs eine überhöhte Dosis verabreicht hatte.<BR /><BR />Die Ermittlungen ergaben, dass der Arzt seit 2022 mindestens 40 Kinder, teilweise auch aus anderen Regionen, beschnitten hat. Dabei ließ er sich mehrfach von seinen Söhnen assistieren, die keine Qualifikation als Krankenpfleger besitzen.<BR /><BR />Die Staatsanwaltschaft von Trient ordnete nach Abschluss der Ermittlungen Hausarrest für den Arzt an sowie die Beschlagnahmung der nicht zugelassenen Praxis. Außerdem wurde der volljährige Sohn angezeigt, weil er ohne entsprechende Ausbildung als Pfleger tätig war.<BR /><BR />Bei Durchsuchungen fanden die Ermittler unter anderem eine Liege mit Fixiergurten, ein elektrisches Skalpell, Benzodiazepine, lokale Betäubungsmittel sowie Visitenkarten, auf denen ausdrücklich auf die Durchführung von Beschneidungen hingewiesen wurde, und Quittungsblöcke für die erbrachten medizinischen Leistungen.<BR /><BR />2019 waren in Italien zwei Babys infolge einer Beschneidung zu Hause ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelte es sich um einen nigerianischen Buben, sowie um ein Kind aus Ghana. Vor allem muslimische und jüdische Familien lassen ihre Buben aus hygienischen und religiösen Gründen beschneiden. Oft werden diese Beschneidungen illegal durchgeführt.