Freitag, 27. September 2019

Haushalt brandgefährlich: Berufsfeuerwehr Bozen klärt auf

Im Haushalt lauern viele Brandgefahren: Überlastete Steckerleisten, defekte Elektrogeräte, vergessene Herdplatten, Kerzen und auch Deos. STOL wollte es genau wissen und hat in der Feuerwache der Berufsfeuerwehr Bozen nachgefragt. Hansjörg Elsler, Oberbrandinspektor und Felix Reggiani, 1.Offizier, klären über die häufigsten Brandursachen im Haushalt auf und zeigen, wie man sich für den Notfall wappnet.

Sehr viele Brände entstehen innerhalb des Hauses. 35 Prozent davon durch elektrische Geräte.
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Sehr viele Brände entstehen innerhalb des Hauses. 35 Prozent davon durch elektrische Geräte. - Foto: © shutterstock

Brandherd Nummer 1 ist die Küche, wo Speisen zubereitet werden, Platten und Gasherde werden oft vergessen. Ein sehr großer Teil der Brände im Haushalt haben ihre Ursache mit über 30 Prozent aber in elektrischen Geräten, erklärt Oberbrandinspektor Hansjörg Elsler gegenüber STOL. Mehrfachsteckdosen bzw. Steckerleisten zum Beispiel bergen eine große Gefahr.

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Hansjörg Elsler, Oberbrandinspektor (vorne) und Felix Reggiani, 1.Offizier klären über die Risiken auf. - Foto: DLife

Leistungsgrenze an Steckerleisten beachten

„Man muss einfach wissen, dass jede Steckerleiste eine Leistungsgrenze hat. Wenn man diese auf längere Zeit immer wieder überlastet, kann es zu Bränden kommen. Oft reicht es, wenn eine Kaffeemaschine und ein Wasserkocher gleichzeitig angesteckt sind, um eine Leiste zu überladen. Auf diese Leistungsgrenze muss also unbedingt geachtet werden. Bei allen neueren Typen dieser Mehrfachstecker ist die Leistungsgrenze gut sichtbar angegeben.“ 

Immer auf die Leistungsgrenze der Steckerleisten achten! - Foto: DLife

Mehrere Handys an der selben Leiste aufzuladen, sei im Normalfall allerdings kein Problem, so Brand-Profi Elsler. Die Berufsfeuerwehr rät aber generell, Mobiltelefone und ähnliches außerhalb des Schlafzimmers aufzuladen und ausschließlich originale Ladegeräte zu verwenden.

Kerzen, Räucherstäbchen, Zigaretten

Sehr gefährlich sind auch Kerzen, Räucherstäbchen, Teelichter, Nachttischlampen und Zigaretten. Man muss sich bewusst machen, dass all diese Dinge gerade nachts zu einer tödlichen Gefahr werden können. Also nicht vergessen: Alles was Feuer auslösen kann, vor dem Schlafen gehen oder wenn man außer Haus geht, auszulöschen. 

Gefahr durch Spraydosen

Eine Gefahr geht auch von den verschiedensten Spraydosen aus, die in jedem Haushalt zu finden sind. Ob Deo, Haarspray oder Reinigungsmittel: Die aerosolförmig ausgebrachten Sprays können, vor allem wenn ein offenes Feuer in der Nähe ist, brandgefährlich werden. Wie im Video ersichtlich, kann es im schlimmsten Fall zu einer großen Stichflamme kommen.

Auch handelsübliche Deos und andere Sprays können gefährlich sein. Foto: DLife

Berufsfeuerwehr: „Mindestens einen Rauchmelder sollte man haben“

Felix Reggiani, 1. Offizier bei der Berufsfeuerwehr, erklärt, was sich jeder Haushalt anschaffen sollte, um für den Notfall gewappnet zu sein.

Die Berufsfeuerwehr rät dringend zu mindestens einem Rauchmelder im Haus, auch wenn dieser nicht verpflichtend ist. Am Besten montiert man diesen im Schlafzimmer, denn es muss einem bewusst sein, dass Menschen im Tiefschlaf durch Rauchentwicklung nicht unbedingt wach werden. Der Geruchssinn schläft sozusagen mit. „Ein Rauchmelder kostet nur um die 25 Euro, er funktioniert mit Batterie und ist sehr einfach zu montieren“, so Reggiani. Eine kleine Investition, die Leben retten kann.

Ein Rauchmelder kostet nicht viel und ist einfach zu montieren. - Foto: shutterstock

„Um einen kleinen Entstehungsbrand schnell und einfach bekämpfen zu können, ist es außerdem ratsam neben dem allbekannten Feuerlöscher auch einen Löschspray im Haushalt zu haben. Diesen erhält man in jedem Fachhandel oder Baumarkt“, erklärt der Experte abschließend. 

stol/vs

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