Inzwischen begeben sich die Bürger in Südtirol wieder vermehrt zu Haut-Untersuchungen, berichtet Eisendle. „In den vergangenen 2 Jahren waren es aber leider wenige.“ So mancher habe sich wegen Corona mit seinem Hautproblem nicht ins Krankenhaus getraut – auch Bürger, die bereits einen Tumor bemerkt hatten. <BR /><BR />Zwar seien während des Lockdown keine Vorsorgeuntersuchungen im Krankenhaus durchgeführt worden. „Aber für Verdachtsfälle standen wir immer bereit“, berichtet Eisendle. Bei einigen Patienten seien die Tumore wegen der späten Entdeckung bereits recht groß geworden. In solchen Fällen werde die Operation aufwendiger und komplizierter – etwa, wenn es sich um ein größeres Melanom im Gesicht handle. <BR /><BR /> Bei jenen wenigen Hautkrebs-Patienten, wo sich bereits Metastasen entwickelt haben, werde die Situation lebensbedrohlich. „Es gibt neue Therapien, die teilweise gut wirken – aber leider nicht immer“, erklärt der Primar.<BR /><BR /><b>Aufruf zu Vorsorge-Untersuchungen</b><BR /><BR />Dr. Eisendle ruft Bürger, die Hautkrebs-verdächtige Veränderungen bei ihrer Haut beobachten, dazu auf, sich zur Vorsorge-Untersuchung zu begeben. Ein Melanom könne sich an sehr vielen Stellen des Körpers bilden – nicht nur im Gesicht, auf dem Rücken, am Po oder auf den Armen, sondern auch auf der Kopfhaut, an den Zehen, am Finger, am Penis, an der Vagina oder an der Schleimhaut im Mund.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="768596_image" /></div> <BR /><BR />Besonders gefährdet sind bekanntlich rothaarige, hellhäutige, blauäugige Menschen und Menschen mit vielen Sommersprossen – aber auch dunkelhäutige bleiben davon nicht verschont. Ein höheres Melanom-Risiko haben zudem Bürger, bei denen in der Familie bereits ein Melanom aufgetreten ist, erklärt der Primar. <BR /><BR /><b>Eine Melanom-Neuerkrankung pro Tag</b><BR /><BR />In Südtirol wird statistisch betrachtet eine Melanom-Neuerkrankung pro Tag diagnostiziert. Dabei nimmt die Zahl der Fälle zu. „2017 hatten wir 60 Melanom-Fälle auf 100.000 Einwohner in Südtirol. Inzwischen sind es mehr geworden“, berichtet Eisendle. Die Zahl der Südtiroler mit Melanomen werde weiter deutlich steigen. „Bei mindestens einem von 20 Südtirolern wird sich ein Melanom bilden“, prognostiziert der Primar.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="768599_image" /></div> <BR /><BR />Noch viel größer sei die Zahl der Fälle von „weißem Hautkrebs“: Einer von 4 Südtirolern wird davon betroffen. Dabei handelt es sich um das Plattenepithelkarzinom und das Basaliom. Der weiße Hautkrebs lasse sich in der Regel relativ gut behandeln. Allerdings gebe es auch schwierigere Fälle – wenn etwa der Tumor bereits zu groß ist, erklärt der Primar. Und: Auch beim weißen Hautkrebs könne es zur Bildung von Metastasen kommen. Der Bürger könne den weißen Hautkrebs meist gut erkennen – etwa, wenn „Wunden“ nicht mehr heilen, Hautveränderungen bluten, wenn sich sich wachsende harte Stellen (Keratosen) oder rötliche Knötchen bilden.<BR /><BR />Dass Südtirol berechnet auf die Bevölkerung mit der Schweiz die höchste Hautkrebs-Häufigkeit in Europa hat, hängt, mit mehreren Faktoren zusammen: mit der sehr hohen Lebenserwartung und auch mit der Meereshöhe: Je höher man lebt, desto intensiver ist die Sonneneinstrahlung. Zudem sieht man jetzt auch die Auswirkungen der Sonnenanbeterei in den 1970er und 1980er Jahren. Braun sein ist cool – aber für die Haut schlecht, betont Eisendle. Die Haut vergisst keinen Strahl.