Samstag, 05. Mai 2018

Hebammen zwischen Hürden und Hoffnung

Die Berufskammer der Südtiroler Hebammen hat den Welttag der Hebammen genutzt, um auf ihre Freuden und Herausforderungen hinzuweisen. Mit einem Infostand im Einkaufszentrum Twenty in Bozen haben sie Einkaufende informiert und Schwangere beraten.

Es fehlt an Hebammen. Symbolfoto
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Es fehlt an Hebammen. Symbolfoto - Foto: © shutterstock

Studentinnen der Claudiana haben Informationen zum dreijährigen Laureatsstudiengang gegeben, der im kommenden Herbst startet. Den ganzen Nachmittag konnten Passa

Im vergangen Jahr 2017 wurden in Südtirol täglich durchschnittlich 15 Kinder geboren, 5351 insgesamt, 31 bei Hausgeburten. Insgesamt waren in Südtirol 104 Zwillingsgeburten zu verzeichnen und eine Drillingsgeburt.

Seit November 2017 ist Sara Zanetti aus Brixen neue Vorsitzende der Kammer, ihre Vorgängerin Astrid Di Bella steht ihr stellvertretend zur Seite. Die meisten Probleme, auf die die Hebammen im vergangenen Jahr bei der Kampagne „Die Hebamme holt das Beste aus dir raus.“ aufmerksam gemacht haben, seien geblieben: In fast allen Südtiroler Krankenhäusern fehlen demnach Hebammen, die dreijährige Ausbildung an der Claudiana in Bozen wird zwar heuer wieder, aber nicht jährlich angeboten.

Derzeit sind 209 Hebammen in der Südtiroler Berufskammer eingetragen. Ein bereitstehendes Geburtshaus wurde 2017 aufgrund rechtlicher Hürden gar nicht erst eröffnet. Die dringende Forderung nach einer Eins-zu eins-Begleitung gebärdender Frauen seitens einer Hebamme sei bei weitem nicht bei jeder Geburt gewährleistet, Gewalt in der Geburtshilfe noch immer Tabu. Die in Aussicht gestellte Erhöhung der Rückvergütung von Hausgeburten von 516 Euro auf das Doppelte sei von politischer Seite nicht eingehalten worden. „Sprengelhebammen zur Vor- und Nachsorge von Müttern, jungen und älteren Frauen fehlen nach wie vor in mehr als der Hälfte aller Südtiroler Sprengel,“ kritisiert die Berufskammer der Südtiroler Hebamme. 

stol

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