Freitag, 31. Juli 2020

Heftige Unwetter halten Feuerwehren auf Trab

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist es in Südtirol zu heftigen Gewittern gekommen. Die Feuerwehren sind zu über 100 Einsätzen ausgerückt.

Blitze über Tisens. - Foto: © Cornelia Mazohl
Südtirol blickt am heutigen Freitagmorgen auf eine weitere sehr heftige Gewitternacht zurück. Die langsam ziehenden Gewitter sorgten für teils große Regenmengen. Insgesamt hat der Landeswetterdienst 3500 Blitze in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gemessen. Auch am heutigen Freitagabend ist mit weiteren Gewittern zu rechnen, so Landesmeteorologe Dieter Peterlin.

Über 100 Feuerwehreinsätze


Südtirols Feuerwehren hatten in der vergangenen Nacht alle Hände voll zu tun. Wegen der heftigen Gewitter mit Starkregen und Hagel rückten seit Donnerstagabend landesweit 35 Freiwillige Feuerwehren zu über 100 Einsätzen aus.

Vor allem in Bozen, Untervinschgau sowie im Unterpustertal standen die Feuerwehren im Dauereinsatz. Sie wurden in den betroffenen Ortschaften wegen Vermurungen, übergetretenen Bächen, überfluteten Straßen und zahlreichen Wassereintritten in Kellern, Garagen und Tiefgaragen alarmiert. Weiters wurden sicherheitshalber verschiedene Kontrollfahrten durchgeführt.

Gegen 20 Uhr gingen die ersten Gewitter nieder. In Martell ließ der Starkregen einen Bach anschwellen. Dieser trat gegen 20.45 Uhr beim Friedhof von Martell-Dorf auf einen Parkplatz und die Hauptstraße über. Die Feuerwehr von Martell rückte aus, um die Überflutung zu stoppen.

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Autos bleiben in Wassermassen stecken

Vom Vinschgau zog die Unwetterfront weiter in Richtung Osten. In Bozen mussten die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr von Bozen mit Unterstützung der Wehren von Gries und Haslach-Oberau zu Dutzenden Einsätzen ausrücken.

Durch die starken Regenfälle wurde die Straßenunterführung im Mayr-Nusser-Weg in Bozen überflutet. In Folge blieben mehrere Fahrzeuge in den bis zu einem Meter hohen Wassermassen stecken. Die Feuerwehren mussten die steckengebliebenen Fahrzeuge befreien und den im Auto eingeschlossenen Personen zu Hilfe eilen.

Zudem wurde in Untermagdalena ein Zypressenbaum nahe eines Wohnhauses vom Blitz getroffen. Dieser knickte ein und stürzte auf die darunter vorbeiführende Gemeindestraße.

Dabei wurde das Dach eines nahestehenden Gebäudes beschädigt. In einem mehrstündigen Einsatz musste der Baum von der Feuerwehr Stück für Stück zersägt werden. Die Straße nach St. Magdalena bleibt nach diesem Vorfall jedoch vorsorglich für jeglichen Verkehr gesperrt, da das beschädigte Hausdach aufgrund der Dunkelheit erst am heutigen Freitagmorgen gesichert werden kann.



Straße zum Völser Weiher wegen Erdrutsch gesperrt


Auch das Gemeindegebiet von Völs wurde von den heftigen Unwettern getroffen. Die Feuerwehr von Völs am Schlern musste Keller auspumpen, Straßen von Bäumen befreien. In Ums hat sich ein Bach in eine Sturzflut verwandelt.

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Die Feuerwehren haben versucht den stark fließenden Wassermassen Herr zu werden. Landesweit haben die Wehrleute versucht, ein Überlaufen der Bäche zu verhindern. Zudem ist die Straße zum Völser Weiher im Moment aufgrund eines Erdrutsches gesperrt.



In Bruneck wurde die Freiwillige Feuerwehr zu insgesamt 15 Einsätzen gerufen. Neben überschwemmten Kellerräumen, mussten die Wehrleute auch einen Baum, der auf ein Auto gestürzt war, entfernen. Das Fahrzeug wurde beschädigt, verletzt wurde aber glücklicherweise niemand.

jno

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