Freitag, 01. September 2017

Heimweg-Telefon: Die sichere Stimme auf dem Nachhauseweg

Alleine und im Dunkeln nach Hause gehen: Das ist vor allem für Frauen eine Horrovorstellung - und das in manchen Fällen aus berechtigten Gründen. Um dabei nicht ganz allein zu sein, gibt es in Graz das Heimweg-Telefon. Dabei können Frauen sich nach Hause begleiten lassen - zumindest telefonisch. Ein Modell auch für Südtirol?

Auf dem Heimweg in der Dunkelheit eine Stimme, die einen begleitet: Das Heimweg-Telefon gibt es als Angebot in Graz.
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Auf dem Heimweg in der Dunkelheit eine Stimme, die einen begleitet: Das Heimweg-Telefon gibt es als Angebot in Graz. - Foto: © shutterstock

Seit November 2016 können sich die Grazerinnen und Grazer an Freitagen, Samstagen und vor Feiertagen von 23 bis 3 Uhr nach Hause begleiten lassen - zumindest telefonisch. Ein Angebot, das - vor allem Frauen - das Gefühl von Sicherheit geben soll. Sollte es zu einem Zwischenfall kommen, verständigt die angerufene Ordnungswache die Polizei und schickt sie zum vorher durchgegebenen Standort.

"Unser Ansatz ist es, zu prüfen ob ein solcher Dienst in Südtirol eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten ist und wo gegebenenfalls angedockt werden könnte", erklärt Landesrätin Martha Stocker.

STOL MÖCHTE WISSEN: Halten Sie das Heimweg-Telefon für eine gute Idee? STIMMEN SIE AB:

Im Rahmen der Haushaltsdebatte verabschiedete der Landtag nämlich einen Beschlussantrag, wonach geprüft werden soll, ob in Südtirol ein Heimweg-Telefon nach Grazer Vorbild eingerichtet werden kann. 

Daher fand ein Treffen mit Vertretern der Stadtpolizeikommandos von Bozen, Meran, Brixen, Bruneck und Schlanders statt, um zu prüfen, ob die Stadtpolizei einen solchen - oder, noch besser, einen 24-Stunden-Dienst - anbieten könnte. 

Wer könnte den Dienst übernehmen?

Die Vertreter der Stadtpolizeikommandos hielten den Vorschlag des Heimweg-Telefonsdurchwegs für gut, gaben aber zu bedenken, dass sie weder die personellen noch strukturellen Voraussetzungen hätten, um ihn umzusetzen. Am längsten besetzt ist die Stadtpolizei Bozen, zwischen 2 und 6 Uhr ist aber auch in der Landeshauptstadt kein Dienst vorgesehen.

Die Stadtpolizisten regten an, das Vorhaben mit Quästur, Carabinierikommando und der Landesnotrufzentrale zu besprechen, zumal diese einen 24-Stunden-Dienst gewährleisten. Auch die Telefonseelsorge könnte in das Projekt eingebunden werden.

stol/lpa/ker

stol