Während der vor Kurzem zu Ende gegangene Juni erneut heiß war, wurde schon im Mai ein neuer Höchstwert aufgestellt: Durchschnittlich waren es 25,8 Grad Celsius. Im Vorjahr waren es noch 24,0 Grad. In Erinnerung bleibt den Boznerinnen und Boznern bestimmt die Hitzewelle am Monatsende, als an zehn aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 30 Grad gemessen wurden. Der heißeste Tag war der 27. Mai mit 36,5 Grad.<BR /><BR />„Das war eine außerordentliche Situation, dass bereits so früh derart hohe Temperaturen gemessen wurden“, betonte Meteorologe Dieter Peterlin gestern auf Nachfrage. Tendenziell könnten solche Situationen in den kommenden Jahren auch öfter auftreten, meinte Peterlin. <BR /><BR />Ein Blick ins Archiv der Messdaten zeigt: Der Durchschnitt der Tageshöchsttemperaturen lag im vor wenigen Tagen zu Ende gegangenen Juni bei 30,6 Grad – einer der höchsten Werte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. An 20 der 30 Tage wurden Höchsttemperaturen von mehr als 30 Grad gemessen. Seit dem Beginn der Messungen im Jahr 1926 wurde der Juni-Monatsdurchschnittswert nur fünfmal übertroffen: 2003 (32,7), 2019 (31,6), 2021 (31,1), 2022 (30,8) und 2025 (31,9). Im Mai wurden die Höchstwerte dagegen vor allem in den 1990er- und 2000er-Jahren gemessen. Der im Durchschnitt wärmste Mai überhaupt war im Jahr 2009 mit 26,7 Grad Celsius.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1333332_image" /></div> <h3>Peterlin: „Tropennacht für den Körper problematisch“</h3>Doch nicht nur tagsüber ist die Hitze unerträglich, auch nachts kühlt es nach extrem heißen Tagen nicht genügend ab – vor allem in Bozen. Im Mai gab es heuer erstmals seit 2022 wieder eine Tropennacht, im Juni 2025 und 2026 sanken die Temperaturen sogar achtmal nicht unter 20 Grad Celsius. Der höchste Wert wurde in der Nacht vom 28. Mai gemessen, als sich die Temperatur in der Landeshauptstadt auf 25,4 Grad belief.<BR /><BR />„Dass im Sommer tagsüber Temperaturen von mehr als 30 Grad herrschen, gehört mittlerweile zum Normalfall. Problematisch ist jedoch, wenn die Werte auch in der Nacht nicht merklich abfallen“, erklärte Peterlin. Eine Tropennacht habe spürbare Auswirkungen auf den menschlichen Körper, weil er nicht mehr richtig zur Ruhe kommen könne. „Die logische Konsequenz ist die deutliche Zunahme an Stress“, unterstrich Peterlin.<BR /><BR />Interessant ist dagegen ein Blick auf die gemessenen Niederschlagswerte. Der heurige Mai brachte im Vergleich zu den vergangenen Jahren am wenigsten Regen mit sich. Waren es 2024 noch 143,7 Liter pro Quadratmeter, belief sich dieser Wert 2026 auf 42 Liter. Das komplette Gegenteil ist im Juni zu beobachten. Im abgelaufenen Monat wurden 158,3 Liter pro Quadratmeter gemessen. Vor drei Jahren waren es hingegen nur 58,7 Liter gewesen.<BR /><BR />Im Hinblick auf die nächsten Tage ist zwar kein Ende der Hitze in Sicht, eine extreme Hitzewelle bahne sich Stand jetzt jedoch nicht an. „Am Donnerstag und Freitag können die 35 Grad Celsius überschritten werden“, erläuterte Peterlin abschließend. Auch in der Folge bleibe es in der Stadt laut dem Meteorologen warm.