Freitag, 30. August 2019

Heiß und gewitterreich: Das war der Sommer 2019

Der Sommer ist fast vorbei - zumindest meteorologisch betrachtet. Am 1. September, also am Sonntag, beginnt nämlich der meteorologische Herbst. Zeit für eine sommerliche Bilanz, findet Landesmeteorologe Dieter Peterlin.

Kamen in diesem Sommer immer wieder vor: Mammatus-Wolken. - Foto: Dieter Peterlin
Badge Local
Kamen in diesem Sommer immer wieder vor: Mammatus-Wolken. - Foto: Dieter Peterlin

„Der diesjährige Sommer war der drittheißeste in Südtirol seit dem fernen Jahre 1850, nur 2015 und 2003 waren noch wärmer“, so Peterlin. Die Temperaturen lagen in diesem Jahr um 2 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt, im Rekordsommer 2003 war es noch um einen weiteren Grad wärmer.

„Normalerweise ist der Juli der heißeste Monat des Sommers, heuer wurde er jedoch vom Juni übertroffen“, so der Wetterexperte. Es gab 2 Hitzewellen mit mehreren Tagen über 35 Grad Celsius: die erste Ende Juni und die zweite Ende Juli.

Am 27. Juni wurden in St. Martin in Passeier 39,9 Grad verzeichnet, „das war zugleich der heißeste Junitag der Messgeschichte“ (STOL hat berichtet).

65.000 Blitzeinschläge

Auf den dritten Platz landete der Sommer auch was die Gewitter betrifft. Seitdem in Südtirol die Blitze gezählt werden (seit 2006) gab es nur zweimal mehr Gewitter, heuer waren es über 65.000 Blitzeinschläge.

„An 2 von 3 Tagen hat es irgendwo im Land geblitzt und gedonnert. Der gewitterreichste Tag der Messgeschichte war der 25.Juli 2019 mit knapp 14.000 Einschlägen“, so Peterlin (STOL hat berichtet). Am häufigsten geblitzt hat es in Feldthurns mit 23 Einschlägen pro Quadratkilometer, gefolgt von Vahrn und Sarntal. Die wenigsten Gewitter gab es wie so oft im Vinschgau.

Sturmbö und Hagelsturm

Trotz zahlreicher Gewitter waren die Niederschlagsmengen aber leicht unterdurchschnittlich. Im Großteil des Landes regnete es um 10 bis 30 Prozent weniger als im langjährigen Mittel, in Meran gab es gar nur halb so viel Regen.

Die zwei markantesten Wetterereignisse des Sommers betrafen die beiden größten Städte. Am 11. Juni traf eine Sturmböe, ausgelöst durch ein vorbeiziehendes Gewitter, das Zentrum von Meran, umstürzende Bäume sorgten für Verletzte (STOL hat berichtet). Am 6. August traf ein Gewitter mit Hagel dann direkt die Landeshauptstadt (STOL hat berichtet).

Wie geht es weiter?

„Pünktlich mit dem Monatswechsel stellt sich auch das Wetter um“, so Peterlin. Noch bleibt es warm, am ersten September-Wochenende gibt es knapp 30 Grad Celsius. In der kommenden Woche aber kühlt es ab, warnt der Wetterexperte: „Im Süden Südtirols gehen die Temperaturen um rund 5 Grad, im Norden um 10 Grad zurück.“ (STOL hat berichtet)

stol/liz

stol