Donnerstag, 14. Januar 2016

Heißluftballons legen Flugverkehr lahm

Unbekanntes Flugobjekt gesichtet? Nicht ganz. Und doch hat das Auftauchen von Heißluftballons, die im Rahmen des Balloonfestivals in Toblach am Mittwoch gestartet waren, den Verkehr am Flughafen von Triest ordentlich durcheinandergewirbelt.

Die Heißluftballons wurden am Flughafen von Triest zum Problem.
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Die Heißluftballons wurden am Flughafen von Triest zum Problem.

"Der Flug war autorisiert und geplant, die Behörden informiert", sagt Alexander Strobl, Präsident der Vereinigung, die das Festival in Toblach organisiert. Er versteht nicht, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. 

11 Heißluftballons waren in Toblach laut Veranstalter am Mittwochvormittag gegen 10 Uhr in einer Formation in Richtung Slowenien aufgebrochen. Ein Nachzügler setzte später nach. "Sieben sind dann in Udine irgendwo gelandet", sagt Strobl auf Nachfrage von STOL. Vier hätten ihre Fahrt fortgesetzt. 

Dabei kam es dann zum Vorfall. Offenbar fanden sich schließlich zwei Ballons unweit bzw. im Korridor des Flughafens Pietro Savorgan di Brazzà wieder. Der Flughafen liegt bei Ronchi dei Legionari in der Provinz Görz und dient der gesamten Region Friaul-Julisch Venetien als Verkehrsflughafen.

Füge in Verspätung

Eine Alitalia-Miastral-Air-Maschine soll direkt vom Anflug der "bekannten Flugobjekte" betroffen gewesen sein und musste den Landeanflug unterbrechen und Schleifen fliegen, bis der Luftraum wieder frei war. Flüge nach Neapel und München konnten erst mit einer Verspätung von 45 Minuten bzw. einer Stunde aufgenommen werden, hieß es. 

In den italienischen Medien  war gar von einer "Invasion der Heißluftballons" die Rede. 

Kein Kontakt mit Flughafen?

"Es ist so, dass die Piloten sich per Funk untereinander austauschen und auch mit den Behörden und dem Flughafen in Kontakt stehen, um eingewiesen zu werden", so Strobl. Denn wenn die Ballons in einer gewissen Höhe unterwegs sind, stellen sie kein Problem dar. Ein Ballon, der sich angeblich von der Gruppe absetzen wollte, war jedoch zeitweise nicht erreichbar. 

"Warum es nun zu dem Vorfall gekommen ist, gilt noch abzuklären", sagt Strobl. Dass der Flughafen aus Sicherheitsgründen dichtmacht, sei an und für sich ja eine gute Sache. Die italienischen Luftfahrtbehörde Enac sowie die Grenzpolizei sind auf den Fall angesetzt worden. Die Ermittlungen laufen. 
Bereits 2007 und 2010 kam es zu ähnlichen Zwischenfällen.

Pilot wehrt sich: Flughafen ist Schuld

STOL hat den angeblichen Verursacher ausgeforscht. Der Heißluftballon-Pilot ist sich jedoch keiner Schuld bewusst. Im Gegenteil. Er wettert im Interview über "veraltetet Technik und Panik-schiebende Fluglotsen". 

Von den 12 in Toblach gestarteten Ballons landete schlussendlich einer in Rijeka in Slowenien. 

stol/ker

stol