Wegen der horrenden Energiepreise werden in diesem Herbst auch viele ältere Holzöfen wieder in Betrieb genommen. Was vor Jahren oder Jahrzehnten einwandfrei funktionierte, kann inzwischen zur gefährlichen Falle werden. Auch beim Anfeuern der beliebten Wärmespender ist einiges zu beachten. <BR /><BR />Die Gefahr durch Holzöfen ist nicht nur theoretisch. Öfen verkaufen sich gerade fantastisch. Allerdings sind Handwerker, die den Öfen anschließen, Mangelware. So schließen manche Hausbesitzer die Geräte teils selbst an. Oder sie reaktivieren stillgelegte Holzheizungen und -öfen.<BR /><BR />Wer aber den Ofen selbst einbaut, setzt sich einer tödlichen Gefahr aus. Es kann tödlich enden, wenn ein Holzofen im Wohnraum nicht richtig installiert wird. Fehler können zu Bränden führen oder es wird Kohlenmonoxid im Wohnraum freigesetzt.<BR /><BR />Das Problem dabei: Ist der Anschluss der Feuerstätte an den Schornstein nicht korrekt gelegt, ist sein Querschnitt oder die Länge zu gering, kann es sein, dass die gefährlichen Abgase nicht entweichen. Sie gelangen dann in den Wohnraum. Etwa das Atemgift Kohlenmonoxid, das man weder sehen, riechen noch schmecken kann. Es reichert sich im Blut an und verhindert die Sauerstoffaufnahme des Körpers. Das kann zum Erstickungstod führen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-56473511_quote" /><BR /><BR />„KO durch CO“: So hieß im Jahr 2020 die Sensibilisierungskampagne, mit der Südtirols Kaminkehrer und Hafner im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleistung (lvh) gemeinsam mit dem Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr Bozen über die Kohlenmonoxid-Gefahr aufklärten. <BR /><BR />Sauerstoffzufuhr ist das Um und Auf einer guten Verbrennung. „Woher nimmt der Ofen die Verbrennungsluft? Diese Frage müssen wir uns stellen, wenn wir Feuer machen“, sagte Christian Gross, der Obmann der Hafner im lvh. Neue Anlagen würden mit einer direkten Luftzufuhr von außen versehen, alte Anlagen in alten Räumen bekämen die nötige Luft über undichte Stellen. Zu Problemen könne es nach Sanierungen kommen, etwa wenn Fenster erneuert werden. Denn dann bleibt der Luftaustausch aus. <BR /><BR />„Fehlt der Feuerstelle die Luftzufuhr, kann über den Kamin auch keine Abluft entweichen“, erklärte Christian Resch, der Obmann der Kaminkehrer in Südtirol. So seien Sanierungsmaßnahmen wie die Dämmung des Hauses und relevante Änderungen an Feuerstelle, Kamin oder Abzugshaube dem Kaminkehrer zu melden. <BR /><BR />Kohlenmonoxid entsteht bei zu geringer Sauerstoffzufuhr im Ofen und bei schlechter Verbrennung. Das geruchlose Gas ist leichter als Luft und entweicht nach oben. So kann das Atemgift durch undichte Mauern vom Heizraum oder von der Stube in Schlafräume gelangen. Atmet der Mensch eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration ein, kann es zu einer Vergiftung kommen. Die Gefahr wird leider oft nicht rechtzeitig erkannt – und die Folgen könnten dann tödlich sein. <BR /><BR />5 bis 10 Mal im Jahr müssen Südtirols Feuerwehren zu Kohlenmonoxid-Unfällen ausrücken. „Unsere Einsatzkräfte sind innerhalb weniger Minuten an Ort und Stelle, und doch kann es für die Betroffenen schon zu spät sein“, sagte Christoph Oberhollenzer, der Direktor des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren. <h3> Heizanlage regelmäßig warten und reinigen</h3>Kohlenmonoxid-Melder verweisen auf die drohende Gefahr. „Diese braucht es aber nicht, wenn die Heizanlage gut funktioniert und regelmäßig gewartet und gereinigt wird“, betonte Oberhollenzer. <BR />Gefährlich kann es auch für die Retter werden. „Wenn bei einem Einsatz die Wohnungstür nicht geöffnet wird, ist möglicherweise ein Kohlenmonoxid-Unfall der Grund“, sagte Hansjörg Elsler, Hauptbrandinspektor der Berufsfeuerwehr Bozen. <BR /><BR />