Die Anti-Mafia-Okone Lea Garofalo wurde 2009 mit 35 Jahren getötet. Auftraggeber des Mordes war ihr Ex-Freund. Er soll sie angelockt und mit Mitgliedern eines ´Ndrangheta-Clans erschossen haben.<BR /><BR /> Anschließend lösten sie die Leiche in Säure auf. Laut den Ermittlern war es eine regelrechte Exekution: Denn Garofalo hatte mit der Polizei kooperiert und gegen Mitglieder des kalabresischen ´Ndrangheta-Clans Petilia Policastro ausgesagt. Obwohl sie damit ihr Leben riskierte, verzichtete sie auf polizeilichen Personenschutz. Im November 2009, kurz nach ihren Aussagen vor Gericht, verschwand sie spurlos in Mailand. Erst später wurde festgestellt, dass sie getötet wurde.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1358376_image" /></div> <BR /><BR />Das tragische Schicksal der Familie nimmt kein Ende. Denise Cosco, die Tochter Lea Garofalo, hat sich jetzt das Leben genommen und zwar mit 35 Jahren, dem selben Alter, an dem ihre Mutter umgebracht wurde. Wie ihre Mutter hatte auch Denise gegen die organisierte Kriminalität ausgesagt und sich gegen ihren Vater gestellt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1358379_image" /></div> <BR /><BR />Lea Garofalo hatte sich von der kalabrischen 'Ndrangheta abgewandt und mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet. 2009 wurde sie von ihrem früheren Lebensgefährten und Vater von Denise, Carlo Cosco, ermordet. Cosco wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt. Denise war damals noch eine Jugendliche. Nach dem Tod ihrer Mutter entschied sie sich, die Ermittlungen gegen ihren Vater zu unterstützen. Sie sagte unter Schutz aus und trat als Nebenklägerin auf. Damit setzte sie den Weg ihrer Mutter fort.<BR /><BR />Die traumatischen Erlebnisse prägten ihr weiteres Leben. Unterstützung fand Denise unter anderem bei dem bekannten Anti-Mafia-Priester Don Luigi Ciotti und der Anti-Mafia-Organisation Libera. Bei der Trauerfeier für ihre Mutter in Mailand würdigte sie deren Mut und erklärte, sie werde ihr für ihre Entscheidung, sie zu schützen, immer dankbar sein.<h3> Bis 2018 stand Denise unter staatlichem Schutz</h3>Denise Costo blieb bis 2018 unter staatlichem Schutz. Danach erhielt sie eine neue Identität, einen Arbeitsplatz und lebte an einem geheimen Ort. Sie hatte ein Kind, das heute fast vier Jahre alt ist. <BR /><BR />Nachdem der Schutz des italienischen Programms für gefährdete Mafia-Zeugen ausgelaufen war, war Denise nach Ariccia nahe Rom gezogen und arbeitete in einem Ministerium in der Hauptstadt. Am Sonntag sprang sie aus dem Gebäude, in dem sie in Ariccia lebte, in die Tiefe. <BR /><BR />Vier Tage kämpfte sie im Krankenhaus in Rom um ihre Leben bevor sie starb. Jetzt soll eine Obduktion durchgeführt werden.<BR />Don Luigi Ciotti, der Denise über viele Jahre kannte, bezeichnete sie als „mutige und leidende junge Frau“. Mut und Leid hätten ihr gesamtes Leben geprägt. Denise habe versucht, das von ihrer Mutter begonnene Leben in Freiheit fortzusetzen, sagte der Präsident von Libera und des Gruppo Abele.<BR /><BR />„Wie Lea hatte Denise einen großen Durst nach Leben, Freiheit und Liebe“, sagte Ciotti. Er wolle sich Denise nun „in einer großen Umarmung mit ihrer Mutter“ vorstellen.