<BR />Die Idee hinter dem Konzept ist simpel: Neben Ärzten und Krankenpflegern werden Personen in das Behandlungsteam eingebunden, die selbst unter einer psychischen Erkrankung gelitten haben. Sie teilen ihre Erfahrung und Erlebnisse mit Patienten und helfen ihnen dabei, die Krankheit zu überwinden. <BR /><BR />Im Rahmen der beiden Lehrgänge, die bisher abgehalten wurden – nun kommt die dritte Ausgabe hinzu –, haben insgesamt 30 Südtiroler die Qualifikation erlangt. 13 von ihnen sind derzeit als Genesungsbegleiter tätig. So auch Fabian Wenusch. „Mir geht es darum, den Leuten Hoffnung zu machen. Ihnen zu zeigen, dass die Psychiatrie keine Endstation ist“, erzählt er. <BR /><BR />Seit sechs Jahren steht Wenusch bei „La Strada – Der Weg“ unter Vertrag. Mit zwei Kollegen, ebenso Genesungsbegleiter, gestaltet er jeden Mittwoch einen Abend im Treffpunkt „sein“ in Mals. Wenusch lädt Menschen mit psychischer Erkrankung zum gemeinsamen Austausch ein. Dabei wird nicht nur über Probleme gesprochen, sondern über das Leben generell. „Man kann sich das so vorstellen, als würde man mit Kollegen in einem Gasthaus zusammensitzen.“<h3> Kaum Stellen für Genesungsbegleiter</h3>Auch Ruth Niederkofler hat den Lehrgang zur Genesungsbegleiterin abgeschlossen. Mit ihrem Job ließ sich die Ausbildung gut vereinbaren, da sie am Wochenende stattfindet. Nun sucht Niederkofler nach einer Stelle. Sie wünscht sich, dass das Konzept in Südtirol mehr Anklang findet. <BR /><BR />Wohlgemerkt handelt es sich hierzulande um eine Nebentätigkeit, dennoch sei es schwierig, einen Platz zu finden. „Ich bin überzeugt, dass wir einen wichtigen Mehrwert leisten“, sagt Niederkofler. Viele Menschen würden sich jemandem, der eine ähnliche Erfahrung gemacht hat, leichter öffnen.