Donnerstag, 18. Oktober 2018

Hepatitis-Infektionen in Klinik – Arzt war medikamentenabhängig

Ein Mediziner, der im bayerischen Donauwörth mindestens 5 Patienten mit Hepatitis C angesteckt haben soll, war nach Behördenangaben medikamentenabhängig. Dies teilte das Landratsamt in Donauwörth am Donnerstag mit. Zuvor war über eine Abhängigkeit des Arztes spekuliert worden. Der nicht mehr in der Klinik tätige Narkosearzt litt selbst an der Leberentzündung.

Das Hepatitis-C-Virus wird normalerweise nur über Blutkontakt verbreitet.
Das Hepatitis-C-Virus wird normalerweise nur über Blutkontakt verbreitet. - Foto: © shutterstock

Wie er seine Patienten anstecken konnte, ist bislang völlig rätselhaft. Das Hepatitis-C-Virus wird normalerweise nur über Blutkontakt verbreitet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Anästhesisten.

Das Gesundheitsamt hat nach der Entdeckung von 5 infizierten OP-Patienten fast 700 weitere Patienten angeschrieben, die zwischen Ende 2016 und Anfang 2018 ebenfalls von dem Arzt betäubt wurden. Die Betroffenen sollen sich bei ihren Hausärzten auf Hepatitis C testen lassen.

Zudem werden auch noch alle Operationsprotokolle aus diesem Zeitraum kontrolliert, um sicherzustellen, dass der beschuldigte Arzt nicht spontan bei weiteren Behandlungen als Narkosearzt eingesprungen ist. „Der Klinik war zum fraglichen Zeitpunkt weder die Hepatitis-C-Infektion noch die Medikamentenabhängigkeit des Anästhesisten bekannt“, betonte das Landratsamt.

dpa

stol