<b>STOL: Herr Franzoni, bis vor wenigen Tagen hat es so ausgeschaut, als ob die Pandemie so langsam zu Ende sei, jetzt steigen die Zahlen plötzlich wieder an. Warum?</b><BR />Patrick Franzoni: Zum einen spielt da sicher der Faktor mit hinein, dass vergangene Woche Faschingsferien waren. Das hat natürlich zu deutlich mehr Kontakten geführt und in der Folge auch zu mehr Corona-Infektionen. Zum anderen bekommen wir jetzt aber auch die neue Omikron-Variante BA.2 zu spüren. <BR /><BR /><BR /><b>STOL: Die auch in Österreich und Deutschland für Höchststände bei den Neuinfektionen sorgt?</b><BR />Franzoni: Genau. Diese Omikron-Variante ist nämlich noch einmal ansteckender als die normale Omikron-Variante BA.1 und diese war bereits extrem ansteckend. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-53259663_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>STOL: Wie groß ist der Anteil von BA.2 bei den Neuinfektionen in Südtirol?</b><BR />Franzoni: Mittlerweile ist BA.2 für rund 20 bis 25 Prozent der neuen Corona-Infektionen in Südtirol verantwortlich. Tendenz steigend. Zudem haben sicher auch die kalten Temperaturen in den vergangenen Tagen zu mehr Infektionen geführt. Wir wissen, dass die Coronaviren die kalten Temperaturen lieben. Und die Leute haben sich mehr in den Innenräumen aufgehalten. Aber es gibt noch einen weiteren Faktor. <BR /><BR /><BR /><b>STOL: Nämlich?</b><BR />Franzoni: In der Bevölkerung herrscht mittlerweile die Meinung vor, die Pandemie sei zu Ende. Das führt dazu, dass man nachlässig geworden ist mit dem Einhalten der Regeln, mit dem Tragen der Masken in den Innenräumen. Das alles zusammen führt natürlich zu mehr Infektionen. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-53259667_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>STOL: Aber auch Experten haben immer wieder gesagt, die Pandemie neigt sich dem Ende zu…</b><BR />Franzoni: Das ist auch so. Aber momentan ist sie noch nicht zu Ende. Das Virus ist immer noch unter uns und auch wenn die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern und den Intensivstationen stabil ist: Vor allem für Ungeimpfte ist und bleibt das Virus gefährlich, auch die Omikron-Variante. <BR /><BR /><BR /><b>STOL: Ist die Omikron-Variante BA.2 gefährlicher oder weniger gefährlich als die ursprüngliche Omikron-Variante?</b><BR />Franzoni: Ungefähr gleich. Aber auch wenn man nach einer Infektion mit Omikron nicht im Spital landet, dann bleibt immer noch die Gefahr eines Long Covid, also die Gefahr von Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion. Vorsicht ist also nach wie vor geboten. Wir müssen nur bedenken, dass wir in Südtirol bei den 5- bis 11-Jährigen eine sehr niedrige Impfquote haben. Das Virus in dieser Altersgruppe zirkuliert immer noch massiv. Und diese Kinder können auch die Hochbetagten infizieren, die natürlich ein deutlich höheres Risiko haben, im Krankenhaus zu landen. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />