Donnerstag, 12. Mai 2022

Herr Franzoni, wem würden Sie die vierte Dosis empfehlen?

Den Risikogruppen wird dringend die vierte Impfdosis gegen das Coronavirus empfohlen: Doch der große Ansturm auf die Impfzentren ist bisher ausgeblieben. STOL hat mit Dr. Patrick Franzoni, dem stellvertretenden Covid-Einsatzleiter, über die Lage in Südtirol gesprochen und ihn gefragt, ob und wem er die vierte Dosis ans Herz legt.

In Italien zeigen sich viele Personen, die zur Risikogruppe gehören, der zweiten Booster-Impfung gegenüber skeptisch: Ist das in Südtirol auch der Fall? - Foto: © APA/dpa / Guido Kirchner

STOL: Laut dem italienischen Gesundheitsministerium ist eine vierte Impfdosis für Risikogruppen äußerst wichtig. Anscheinend sehen viele Betroffene aber keine große Eile, sich die Impfung zu holen. Ist das in Südtirol auch der Fall?

Dr. Patrick Franzoni: Ja, leider ist das in Südtirol nicht anders. Die Zahlen zeigen, dass das Verabreichen der vierten Dosis bzw. der zweiten Booster-Impfung bei den über 80-Jährigen und den über 60-Jährigen mit Vorerkrankungen nur sehr schleppend vorangeht. Das finde ich aktuell sehr schade, da sich die Corona-Lage doch deutlich gebessert hat: Ich denke da in erster Linie an die Krankenhäuser, die letztens wirklich stark entlastet worden sind.

STOL: Würden Sie die vierte Impfung also empfehlen? Wem genau und warum?

Dr. Franzoni: Die zweite Booster-Impfung, für die zuvor angesprochenen Risikogruppen, ist meiner Meinung nach absolut unerlässlich und sollte nach Möglichkeit so schnell wie möglich gemacht werden. Die Impfung sorgt schließlich für einen milderen Krankheitsverlauf und Studien haben zudem bewiesen, dass der Antikörperspiegel ebenfalls verstärkt aufgebaut wird. Mit Hilfe der vierten Dosis können sich die Risikogruppen speziell gegen die neuen, ansteckenderen Wellen schützen: Die Wahrscheinlichkeit mit einer Covid-Infektion im Krankenhaus zu landen, würde durch die zweite Booster-Impfung auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Meiner Meinung nach ist eine 2. Booster-Impfung für die Risikogruppen absolut unerlässlich.
Patrick Franzoni

stol

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