Urbanistikstadtrat und Vizebürgermeister Luis Walcher lässt sich darob nicht aus der Ruhe bringen und will zunächst abwarten.<BR /><BR />„Diese Diskussion läuft seit Jahrzehnten und dabei wird mit Zahlen jongliert, die nicht immer den Tatsachen entsprechen“, meint Urbanistikstadtrat und Vizebürgermeister Luis Walcher.<BR /><BR /><?O_Tiefgestellt><?_O_Tiefgestellt>Es ist immer wieder die Rede von 6000 Wohnungen, die bis zum Jahr 2030 gebraucht werden. Die Zahl entstammt einer Studie aus dem Jahr 2019. „Mittlerweile wurde der Bedarf wieder nach unten geschraubt“, weiß Walcher. Er wünscht sich daher aktuelle und vor allem aussagekräftige Daten. Bringen sollen diese der Gemeindeentwicklungsplan. In den kommenden Wochen wird dafür die Ausschreibung über die Bühne gehen. Es werden Experten gesucht, die den Plan erarbeiten. Der Vizebürgermeister rechnet damit, dass in eineinhalb Jahren ein konkretes Ergebnis auf dem Tisch liegen wird. „Dann gibt es Gewissheit und die Gemeindeverwaltung kann reagieren“, erklärt er. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60482209_quote" /><BR /><BR /> Im Übrigen schreibt diesen Plan das neue Landesgesetz für Raum und Landschaft vor, Bozen ist eine der ersten Gemeinden, die in Aktion tritt. „Das nur so nebenbei. Wir halten uns also an die Regeln.“ Es verwundert ihn daher, dass seitens der Landesverwaltung leise Kritik an der Gemeinde geübt wird. „Wenn es um den Wohnbau geht, vor allem um den sozialen, sprich Wohnbauinstitut, dann trägt dafür das zuständige Landesamt die Verantwortung, nicht die Gemeinde“, stellt Walcher klar. Wenn dann erklärt werde, dass sich die Gemeinde um die Verbauung der leerstehenden Kasernen kümmern soll, dann „muss ich den Ball wieder zurückspielen. Diese Verhandlungen laufen auf höchster Ebene.“ Sprich: „Der Landeshauptmann muss mit dem zuständigen Ministerium verhandeln und nicht der Bürgermeister. Das war bisher noch bei jedem Militär-Gelände, das in irgendeiner Gemeinde des Landes ungenutzt herumstand, der Fall.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-60482363_quote" /><BR /><BR />Nunmehr wird auch der Bevölkerungsrückgang herangezogen, um die Wohnungsnot zu untermauern, frei nach der Devise: Die Leute wandern ab, weil es keine Wohnungen gibt. Wie berichtet ist die Landeshauptstadt im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 494 Einwohner geschrumpft. Ein Argument, dass laut Walcher etwas hinke. Die Geburtenbilanz sei rückläufig, mehr Menschen würden sterben. Was sicher stimmt ist: „Die jungen Leute kommen nicht mehr zurück. Sie studieren im Ausland oder Italien, beginnen dann zu arbeiten und bleiben dann weg, auch weil die Lebenshaltungskosten in Südtirol hoch sind. Das ist aber kein Bozner Phänomen, sondern betrifft das ganze Land.“ <BR /><BR />Für Walcher stellt sich so oder so die Frage: Muss Bozen noch weiter wachsen? Er meint: „Nicht unbedingt und wenn, dann überlegt und geplant. Es ist die ureigenste Aufgabe der Gemeindeverwaltung, zu entscheiden, wie und wohin die Stadt wachsen soll.“