Klein, süß und begehrt: Der Malteser-Hund gehört zu den ältesten Hunderassen überhaupt. Spezielle Rassehunde sind teuer – wohl auch deshalb floriert der illegale Handel mit ihnen. Mitunter werden die Tiere auch gezielt gestohlen. <BR /><BR />Spike ist gut 5 Jahre alt, stammt ursprünglich aus Südkorea und wiegt knapp 1,5 Kilo – und er ist seit Dienstagnachmittag spurlos verschwunden. Die Rede ist von einem Malteser, einer Hunderasse, die es schon im alten Ägypten gegeben haben soll und die heute bei Hundeliebhabern wieder stark in Mode ist. <BR /><BR /><b>„Der Hund ist mehrere tausend Euro wert“</b><BR /><BR />Der 75-jährige Franz Untersteiner, Pensionist und Hundeliebhaber aus Franzensfeste, ist das Herrchen des kleinen Spike. „Seit rund 10 Jahren züchte ich Hunde“, erklärt Untersteiner. Rund 30 Tiere waren es laut Untersteiner in den vergangenen 10 Jahren. <BR /><BR />Den Malteser-Hund Spike erwarb der Hundezüchter vor rund 5 Jahren von einem anderen Züchter aus Rom; der wiederum importiert Hunde aus Südkorea. „Das Tier verfügt über den notwendigen Hundechip, einen DNA-Abgleich und sämtliche Papiere und Impfungen“, erklärt Untersteiner. Der Maleserzucht-Rüde ist laut ihm gut und gerne 2000 bis 3000 Euro wert. <BR /><BR />Neben Spike hält Untersteiner noch 4 Malteser-Hündinnen; sie alle befanden sich laut Untersteiner am Dienstagnachmittag im eingezäunten Garten seines Hauses. „Ich bin nur eine Viertelstunde außer Haus gewesen, als ich zurückkam, war der Hund weg“, erzählt Untersteiner. <BR /><BR />Er ist überzeugt, dass das Tier gestohlen wurde. Das Tier sei kostspielig, Hunde würden gestohlen – nicht selten steckt illegaler Tierhandel dahinter. Untersteiner hat die Behörden über das Verschwinden des Hundes informiert. Immer wieder werden Zuchthunde oder deren Papiere in Europa gestohlen. Zuchthunde sind begehrt und teuer; bei Diebstählen kann mitunter der illegale Tierhandel dahinterstecken. <BR /><BR /><BR />Einer, der die Problematik um den illegalen Tierhandel gut kennt, ist Dr. Heinz Dietmar Kluge. Er ist Tierarzt im Tierärztlichen Dienst des Sanitätsbetriebs in Brixen. <BR /><BR />Dr. Kluge erklärte auf Anfrage dazu: „Der illegale Handel mit Hunden aus Osteuropa ist ein riesiges Geschäft. In – man muss es leider so sagen – regelrechten Zuchtfabriken werden Hunde gezüchtet - vor allem solche, die derzeit in Mode sind.“ Auch Hunderassen unterliegen der Mode. Über das Internet oder über Kleinanzeiger werden die Tieren dann nach Europa verkauft. Laut Dr. Kluge handelt es sich bei dem Schmuggel von Hunden um ein lukratives Geschäft. Die Gewinnspannen seien mit denen des Drogenhandels vergleichbar, allerdings gebe es kaum effiziente Strafen.<BR /><BR />Höchst problematisch sei, dass die illegal aus Osteuropa importierten Hunde über keine notwendigen Impfungen verfügen. Gefährlich – nicht zuletzt für den Menschen – sei dabei die in Osteuropa noch immer nicht ausgerottete Tollwuterkrankung. „Wird ein Mensch von einem an Tollwut erkrankten Tier gebissen, kann das für ihn tödlich enden“, erklärt Dr. Kluge. Hunde können aber erst ab der 12 Lebenswoche gegen Tollwut geimpft werden. Oftmals kommen die Welpen aus Osteuropa ganz jung, ungeimpft und ohne Herkunftsnachweis nach Europa. „Die Tiere sind entsprechend günstig.“ Ein Labradorwelpe kostet hierzulande rund 3000 Euro, illegal importierte Hunde aus Osteuropa seien bereits um 500 bis 700 Euro erhältlich. <BR /><BR />