Dienstag, 17. Dezember 2019

Herrscht über allen Gipfeln nun wieder Ruh?

Ganze 3 Stunden tagte am Montagabend die Landesleitung sowie die Ehrenmitglieder und Vertreter der Sektionen des Alpenvereins Südtirol (AVS). Das Ziel: die Unstimmigkeiten der vergangenen Tage und Wochen aus dem Weg zu räumen. Ganz gelungen scheint das Unterfangen allerdings nicht, wie das Tagblatt „Dolomiten“ berichtet.

Eine rege Diskussion entwickelte sich.
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Eine rege Diskussion entwickelte sich. - Foto: © AVS
Zwar legten die zurückgetretenen Referatsleiter ihre Sicht der Dinge dar und man dürfte verstanden haben, wo der Schuh drückt. Aber ausgestanden scheinen die Probleme noch nicht. Und der vorweihnachtliche Frieden hat sich noch nicht breit gemacht.

Einberufen worden war der Info-Abend nach dem geschlossenen Rücktritt der Führungsspitze des Referates Jugend und Familie im Anschluss an die Vollversammlung der AVS-Jugend.

„Basisdemokratische Prinzipien“

Präsident Georg Simeoni betont in einer Presseaussendung: „Bei uns gelten basisdemokratische Prinzipien. Wir sind ein Verein voller Leben. Oft wird in der Sache hart diskutiert, das ist in der Meinungsbildung gut so. Es ist aber auch wichtig, dass demokratisch getroffene Entscheidungen schlussendlich von allen getragen und Vorhaben gemeinsam umgesetzt werden.“

Zu Beginn der Info-Veranstaltung präsentierte das designierte Landesleitungsmitglied Peter Righi eine Bilanz über die Tätigkeit der vergangenen Jahre. Danach kam es zu einem regen Austausch, bei welchem auch den einzelnen Zurückgetretenen die Möglichkeit geboten wurde, ihr Sicht der Dinge zu schildern. Vizepräsident Elmar Knoll dazu: „In den Medien ist das Bild entstanden, als ob der AVS in Krise sei. Dem ist nicht so. Wo Menschen und Meinungen zusammenkommen, gerade bei über 70.000 Mitgliedern, da können schon mal Ideen aufeinanderprallen.“

Vizepräsidentin Ingrid Beikircher pflichtete ihm bei: „Wir müssen jetzt wieder nach vorne schauen. Den AVS gibt es erfolgreich seit 150 Jahren und wir werden dafür sorgen, dass es ihn noch weitere 150 Jahre gibt.“ Eine breite Solidaritätsbekundung gab es auf Initiative der ehemaligen Vorsitzenden und Ehrenmitglieder, die der Alpenvereinsführung ihre Anerkennung aussprachen.

Gemeinsames in den Mittelpunkt rücken

Auch Präsident Georg Simeoni plädierte dafür, das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen: „Unser Einsatz gilt dem Thema Natur und Berg. Heute wie auch in Zukunft. Unsere Erfolgsfaktoren im AVS sind die vielfältige Tätigkeit, der ehrenamtliche Einsatz und die klaren Positionen, die wir vertreten.“

Zu den nächsten Schritten zur Besetzung der vakanten Funktionen erklärte er: „Wir unterstützen die Sektionen bei der Suche nach geeigneten Leuten. Wir werden die Gremien einberufen, damit sie ihre Arbeit wahrnehmen können. Zudem wird sich die Landesleitung treffen und die nächsten Schritte festlegen.“

Fronten nach wie vor verhärtet

Auch wenn Gesprächsbereitschaft signalisiert wurde, scheinen die Fronten nach wie vor verhärtet, wie das Tagblatt „Dolomiten“ berichtet. Eine endgültigte Einigung zwischen AVS-Spitze und den Zurückgetretenen gebe es demnach noch nicht.


d