Donnerstag, 17. Mai 2018

Herzinfarkt: Jede Minute zählt

2017 sind 185 Personen in Südtirol an einem Herzinfarkt gestorben. Zu den Risikofaktoren, einen Herzinfarkt zu erleiden, gehören Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck. Am heutigen Donnerstag ist Welt-Bluthochdruck-Tag.

Badge Local
Foto: © shutterstock

Plötzlich auftretende starke Schmerzen im Brustkorb, das Gefühl, zu ersticken, Schwäche, Blässe und Kaltschweißigkeit - das sind die typischen Symptome eines Herzinfarkts. Bei Frauen können auch Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen, Rückenschmerzen sowie Unterkieferschmerzen und Erschöpfung auf einen Herzinfarkt hindeuten. Für alle Betroffenen gelte aber, dass sie Symptome haben, die sie bis zu diesem Zeitpunkt in dieser Intensität noch nie erlebt haben, erklärte Kardiologin Loredana Latina am Welt-Bluthochdruck-Tag.

Sofort Notrufnummer 112 wählen

„Wenn Sie diese Symptome haben, ist es wichtig, dass Sie nicht Verwandte oder Freunde anrufen oder gar selber ins Krankenhaus fahren, sondern die Notrufnummer 112 wählen“, sagte sie. Dem pflichtete auch der geschäftsführende Primar der Landesnotrufzentrale Ernst Fop bei. Wie bei jedem Notfall sei es wichtig, die betroffene Person an einen möglichst sicheren Ort zu bringen und den Notruf zu wählen.

„Wenn Sie Ihr Handy dann auf Lautsprecher stellen können, können Sie mit unseren Mitarbeitern auch dann noch kommunizieren, wenn Sie sich um den Patienten kümmern“, gab er einen praktischen Tipp. Darüber hinaus seien besonders enge Kleidungsstücke, etwa Krawatten, zu lockern, der Oberkörper des Patienten soll aufrechtgehalten und im Falle eines Herzstillstandes eine Herzdruckmassage durchgeführt werden, wenn möglich, auch eine Beatmung. „Der größte Fehler, den man machen kann, ist gar nichts zu machen“, ermutigte er zum Helfen.

Häufigste Todesursache

Wie in ganz Europa zählt der Herzinfarkt auch hierzulande zu den häufigsten Todesursachen, „die Tendenz ist aber rückläufig“, zeigte sich Gesundheitslandesrätin Martha Stocker erfreut. Einer ersten Schätzung zufolge haben im vergangenen Jahr 734 Südtiroler einen Herzinfarkt erlitten, 185 Personen - 80 Frauen und 105 Männer - sind daran gestorben.

Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren 807 Personen betroffen, 215 sind an einem Herzinfarkt gestorben.

Frauen nicht weniger betroffen, aber später im Leben

„Frauen sind nicht weniger betroffen als Männer, bei ihnen kommt der Herzinfarkt oft nur später im Leben vor“, unterstrich auch Kardiologin Latina. In letzter Zeit seien sogar immer mehr junge Frauen betroffen, Frauen im Alter von 40 bis 55. Dies liege vor allem daran, dass die Vorsorgeuntersuchungen nicht ausreichend genutzt würden, aber etwa auch daran, dass Frauen vermehrt rauchten. Weitere Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel.

lpa/stol

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen

stol