Dienstag, 03. September 2019

Hessen: 3 Tote bei Absturz von Wartungsgondel

Am Dienstagvormittag hat der Absturz einer Wartungsgondel an einem Sendeturm in Nordhessen 3 Menschenleben gefordert. Die Behörden vermuten einen technischen Defekt an der Seilwinde als Unfallursache. Das hätten bisherige Ermittlungen des Amtes für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik im Regierungspräsidium ergeben.

Ein technischer Defekt wird vermutet Foto: APA (dpa)
Ein technischer Defekt wird vermutet Foto: APA (dpa)

Die Gondel stürzte gegen 9.15 Uhr an der Sendeanlage „Hoher Meißner“ im Werra-Meißner-Kreis aus rund 50 Metern ab. Die Arbeiter in der Gondel hatten demnach versucht, sich von der Seite aus über gespannte Seile zu dem Sendemast im Werra-Meißner-Kreis hochzuziehen. Als sie in etwa 50 Meter Höhe waren, kam es zu dem Absturz. Dabei wurden die 3 Insassen tödlich verletzt.

Die Unglücksstelle sei abgesperrt worden. Wie ein Polizeisprecher sagte, wurden mehrere Menschen Zeugen des Absturzes der 3 Gondel-Insassen. Notfallseelsorger seien an Ort und Stelle, um sie zu betreuen.

Sendestandort des Hessischen Rundfunks

Der Hohe Meißner ist ein Mittelgebirge, das gut 30 Kilometer südöstlich von Kassel im Werra-Meißner-Kreis liegt. Er gilt als beliebtes Ausflugsziel. Der „Sender Hoher Meißner“ ist ein wichtiger Sendestandort des Hessischen Rundfunks.

Nach einem Bericht von „hessenschau.de“, dem Online-Portal des Hessischen Rundfunks, war eine Firma mit den Wartungsarbeiten beauftragt worden. Die Sendeanlage wurde 1955 in Betrieb genommen. Der hr strahlt darüber sein Fernseh- und sein Radioprogramm aus. Die Anlage besteht derzeit aus 3 Masten, die bis zu 220 Meter hoch sind. Der Unfall ereignete sich nach ersten Erkenntnissen an dem höchsten der 3 Sendemasten.

Der Hessische Rundfunk zeigte sich von dem Unglück betroffen. „Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod der 3 Arbeiter am Sender #HoherMeißner aufgenommen“, twitterte er. „Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen. Unsere Kollegen sind auf dem Weg zum Unglücksort. Sobald wir mehr Infos haben, werden wir sie veröffentlichen.“

Der Hessische Rundfunk hatte Ende August mitgeteilt, dass an der Sendeanlage „Hoher Meißner“ eine neue Antenne aufgebaut wird. Die Arbeiten sollten bis Ende September dauern. Ob der Unfall damit zusammenhängt, war zunächst unklar.

apa/dpa

stol