30 Jahre ist es nun her, dass der kleine Ort Stava im gleichnamigen Seitental des Fleimstales von Wasser- und Schlammmassen zerstört wurde. Hier öffnenDer Dammbruch von Stava in einer Doku von "National Geographic", Teil 1Mit einer Geschwindigkeit von 90 Stundenkilometern rasten 180.000 Kubikmeter an Wasser, Schlamm, Sand, Gebäudeteilen und entwurzelten Bäumen zu Tal.Der Schlammlawine ging eine gewaltige Druckwelle voraus, die Bäume und Dächer in die Luft schleuderte und Häuser zerstörte. Bis zur Mündung in den Avisio, der durch das Fleimstal fließt, wurde alles weggefegt bzw. niedergewalzt, was im Weg stand.268 Menschen kamen dabei ums Leben – unter diesen 59 Kinder und Jugendliche. Drei Hotels, 53 Häuser, sechs Industriegebäude und acht Brücken wurden zerstört. Hier öffnenDer Dammbruch von Stava in einer Doku von "National Geographic", Teil 2Was war passiert? Um das am Prestavel nahe Stava geförderte Fluorit zu waschen, hatte die Bergwerksgesellschaft an einem Berghang oberhalb von Stava zwei Dämme aufgeschüttet. Sie dienten als Absetzbecken für die Bergwerks-Deponien. Allerdings waren diese Dämme über 20 Jahre lang nicht auf ihre Stabilität überprüft worden. Zudem waren bei der Errichtung gravierende bautechnische Fehler begangen worden. Hier öffnenDer Dammbruch von Stava in einer Doku von "National Geographic", Teil 3An jenem 19. Juli 1985 war zunächst der Damm des oberen Beckens gebrochen und der Inhalt ins untere Becken gestürzt. In der Folge brach auch der Damm des darunter liegenden Beckens. Die Katastrophe nahm ihren Lauf.An den Bergungs- und Aufräumarbeiten beteiligten sich über 19.000 Mann, unter diesen allein über 8000 Mann der Freiwilligen Feuerwehren des Trentino sowie 4000 Alpini-Soldaten. Hier öffnenDer Dammbruch von Stava in einer Doku von "National Geographic", Teil 4Hilfe kam damals auch aus Südtirol. Neben der Bozner Berufsfeuerwehr waren auch aus Südtirol viele Männer der Freiwilligen Feuerwehren nach Stava aufgebrochen. Unterstützt wurden die Helfer durch 19 Hubschrauber, 774 Lkw, 137 Spezialfahrzeugen, 16 Kranwagen, 27 Feldküchen.Seit der Katastrophe wird alljährlich jener Menschen gedacht, die bei der Katastrophe 1985 ums Leben gekommen sind. 13 von ihnen sind bis heute verschollen. Hier öffnenDer Dammbruch von Stava in einer Doku von "National Geographic", Teil 5Zum 30. Jahrtag ist das Programm der Gedenkfeier am heutigen 19. Juli noch umfassender: Den Auftakt macht eine Gedenkmesse für alle Opfer der Katastrophe in der Pfarrkirche von Tesero mit dem Trentiner Erzbischof Luigi Bressan, mit anschließender Kranzniederlegung am Friedhof und Segnung der Gräber. Von 11 bis 16 Uhr bietet das Dokumentationszentrum "stava 1985" Führungen am Unglücksort an, für 13 Uhr ist eine Gedenkfeier im Mehrzweckhaus angesetzt. Um 16 Uhr findet in Prati di Pozzole ein Konzert statt.