Corona hat nicht nur Familien und Unternehmen massiv belastet. Auch die Kassen der öffentlichen Hand haben unter der Pandemie ordentlich gelitten. <BR /><BR />Fast eine Milliarde Euro hat die Corona-Pandemie die öffentliche Hand allein an Hilfsgeldern für Bürger und Unternehmen gekostet. Dazu kommen noch einmal knapp 245 Millionen Euro, die dem Sanitätsbetrieb zur Bewältigung des Notstandes zur Verfügung gestellt wurden. Das lässt Landeshauptmann Arno Kompatscher auf Anfrage von Ulli Mair (Freiheitliche) wissen. Gleichzeitig musste das Land Steuer-Mindereinnahmen von insgesamt 531 Millionen Euro hinnehmen.<BR /><BR />Auf Mairs Anfrage hin haben die einzelnen Landesressorts einen Kassensturz gemacht. Das Ergebnis: 973,5 Millionen Euro haben Rom und das Land hierzulande allein an Corona-Hilfen ausgegeben. Rund 800 Millionen Euro davon stammen aus den Landeskassen.<h3> Masken, Tests und Tablets</h3>Mit über 281.000 Euro der dickste Brocken ging ans Ressort Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Tourismus und Bevölkerungsschutz, gefolgt vom Ressort Deutsche Kultur, Bildungsförderung, Handel und Dienstleistung, Handwerk, Industrie, Arbeit sowie Integration, das knapp 250.000 Euro an Hilfsgeldern ausgeschüttet hat. <BR /><BR />1,1 Millionen Euro wurden allein im Bildungsbereich für den Ankauf von FFP2- und chirurgischen Masken, Fieberthermometern, Desinfektionsmittel, Notebooks, Tablets, Headsets und Webcams für den Fernunterricht ausgegeben. Knapp 400.000 Euro ließ sich das Land die verschiedenen Infokampagnen kosten.<BR /><BR />Wie hart Corona die Arbeitgeber, aber auch Arbeitnehmer erwischt hat, belegen einige Zahlen, die Kompatscher vorlegt. So ist allein im Tourismus die Zahl der Nächtigungen von 33,7 Millionen im Jahr 2019 auf 21,7 Millionen im Jahr 2020 bzw. auf 23,8 Millionen im Vorjahr zurückgegangen. Ein deutliches Plus hingegen gab es bei der Zahl jener, die die Lohnausgleichskasse in Anspruch nehmen mussten. Die genehmigten Stunden der Lohnausgleichskasse erhöhten sich von 2 Millionen im Jahr 2019 auf 19,8 Millionen im Jahr 2020 bzw. auf 11,8 Millionen im Jahr 2021. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="843341_image" /></div> <BR />Auch die Unternehmen mussten teils deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Laut WIFO-Wirtschaftsbarometer betrug das Minus zwischen März und Juni 2020 im Schnitt 31 Prozent. In den Folgemonaten fielen die Rückgänge zwar wieder moderater aus, aber im Februar vergangenen Jahres lagen sie erneut bei -18 Prozent. Hinzu kamen Lieferengpässe, von denen im Vorjahr jedes vierte Unternehmen im Land betroffen war.<BR /><BR />Zusätzlich zu der von Land und Staat locker gemachten Milliarde Euro an Hilfsgeldern kommen noch einmal 244,3 Millionen Euro, die Land und Staat dem Südtiroler Sanitätsbetrieb zur Bewältigung des Sars-Cov2-Notstandes zur Verfügung gestellt haben. Für die in Südtirol durchgeführte Impfkampagne wurden im Vorjahr von Rom und Bozen weitere knapp 2 Millionen Euro bereit gestellt. <BR /><BR />Während das Land für Direkthilfen an Bürger und Betriebe aufkam, wurden staatliche und EU-Gelder großteils zur Abdeckung der Mindereinnahmen des Landes verwendet. Allein 2020 hatte das Land im Vergleich zu 2019 ein Steuerloch von über 480 Millionen Euro. Und auch im Vorjahr blieb am Jahresende erneut ein Loch von über 51 Millionen Euro.<BR /><BR />