Donnerstag, 05. September 2019

Hirte nach Wolfsrissen: „Es ist grausam“

19 tote Schafe und Lämmer hat Hirte Josef Altstätter seit Mitte Juli auf der Stierbergalm oberhalb Kastelbell gefunden. Der Hirte geht von Wolfsrissen aus, zumal er einen Wolf durchs Fernglas beobachten konnte.

Eines der gerissenen Schafe auf der Stierbergalm. - Foto: Screenshot/Video/SBB
Badge Local
Eines der gerissenen Schafe auf der Stierbergalm. - Foto: Screenshot/Video/SBB

Josef Altstätter beaufsichtigt rund 350 Schafe im weitläufigen Almgebiet von Trumsberg. Insbesondere die verletzten Tiere tun dem Hirten leid: „Die großen Tiere werden versprengt und stürzen dann die Felsen hinunter. Aus anderen Tieren reißt der Wolf etwas heraus und geht dann weiter. Zum Teil leben diese Schafe noch. Es ist grausam mit den verletzten Tieren.“

Knapp die Hälfte der Schafe haben die Bauern wegen dem Wolf vorzeitig von der Stierbergalm abgetrieben. Am Samstag werden auch die übrigen Tiere von der Alm geholt. Erst dann wird feststehen, wie viele Wolfsrisse es insgesamt gab. Im benachbarten Almgebiet von St. Martin im Kofel wurden bislang 25 Risse gemeldet.

„Der Wolf muss weg!“

Auch Bauer Ernst Kaserer, Bauernbund-Ortsobmann von Kastelbell, hat seine Schafe vorzeitig von der Stierbergalm abgetrieben. „Bereits vor zwei Jahren wurde ein Wolf im Schnalstal gesichtet“, sagt Kaserer. „Natürlich haben wir Angst gehabt, die Tiere im Frühjahr aufzutreiben. Aber wir brauchen die Almen zur Bewirtschaftung. Wenn wir die Almen nicht mehr bewirtschaften, ist alles kaputt.“

Kaserer fordert Möglichkeiten, Wölfe von den Schafherden zu entfernen: „Der Wolf muss weg“, sagt der Bauer, „und zwar auf legalem Weg.“

stol

stol