Mittwoch, 26. Oktober 2016

Hochferner: Seebacher und Zöggeler tot geborgen

Die Suchaktion am Hochferner ist beendet. Nachdem die Retter bereits am frühen Mittwochnachmittag ein Todesopfer aus der Nordwand geborgen hatten, entdeckten sie am Abend den zweiten Vermissten. Wie ihre Bergkollegen Vigl und Lun sind auch Ulrich Seebacher (41) und Andreas Zöggeler (41) tödlich verunglückt.

Nach tagelanger Suche am Hochferner wurden Ulrich Seebacher (oben) und Andreas Zöggeler (unten) geborgen. Sie waren tödlich verunglückt. - Foto: BRD
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Nach tagelanger Suche am Hochferner wurden Ulrich Seebacher (oben) und Andreas Zöggeler (unten) geborgen. Sie waren tödlich verunglückt. - Foto: BRD

Ulrich Seebacher, 41 Jahre aus Wangen, und Andreas Zöggeler, 41 Jahre aus Unterinn, waren Teil einer erfahrenen Rittner Klettergruppe. Die Gruppe hatte sich am Samstag zum Hochferner (3463 Meter) in Pfitsch aufgemacht. Doch in der Nordwand wurden die Alpinisten wohl von zwei gewaltigen Lawinen überrascht und in den Tod gerissen.

Trotz der enormen Ausmaße war der Abgang lange unbemerkt geblieben. Erst am späten Samstagabend wurden die erfahrenen Sportler als vermisst gemeldet. 

Sonntagfrüh bargen die Suchkräfte die Familienväter Thomas Lun (41) und Peter Vigl (44) aus der Wand. Die Männer hatten unter den Schneemassen ihr Leben verloren.

Seebacher und Zöggeler wurden lange nicht gefunden. Die zwei Männer galten mehrere Tage als vermisst. Bergretter, Finanzwache und Rettungshubschrauber suchten fieberhaft nach den Männern.

Seit Mittwochabend herrscht nun traurige Gewissheit: Auch Seebacher und Zöggeler starben in der Lawine. STOL hat für die Opfer der Hochferner-Lawine ein Kondolenzbuch eingerichtet.

Früher Nachmittag: Seebacher tot entdeckt

Nachdem starker Nebel eine Suchaktion am Dienstag verhindert hatte, rückten die Suchtrupps am Mittwoch wieder aus. Im Einsatz standen die Bergrettungsdienste von Sterzing und Gossensaß, die Berg- und Höhlenrettung CNSAS, die Finanzwache, der Rettungshubschrauber Pelikan 2 und die Notfallseelsorge. 

Am frühen Nachmittag entdeckten die Retter einen leblosen Körper in einer Gletscherspalte in der Hochferner-Nordwand (siehe eigener Bericht). Um welchen der beiden Vermissten es sich bei der gefundenen Person handelt, war lange nicht bekannt. Später wurde klar: Bei der Person handelte es sich um Ulrich Seebacher. Wie Vigl und Lun hatte auch er bei dem Unglück am Samstag sein Leben verloren.

Wieder Nebel: Suche zeitweise unterbrochen

Nach dem vierten Opfer des Hochferner-Unglücks, Andreas Zöggeler, suchten die Retter noch mehrere Stunden. Gegen 14.30 Uhr musste die Suche zeitweise unterbrochen werden. Sämtliche Einsatzkräfte wurden aus der Wand geflogen. Starker Nebel war aufgezogen. Dieser hatte bereits am Dienstag eine Suche unmöglich gemacht (hier der Bericht dazu).

Stichwort: Das Recco-Suchgerät

Als die Wetterbedingungen besser wurden, nahmen die Retter die Suchaktion wieder auf. Gegen 16 Uhr empfingen sie mit dem Recco-Suchgerät ein Signal auf 3200 Metern. 

Das Recco-Gerät reagiert auf Reflektoren, die in der Kleidung von Bergsteigern integriert sein können. Andreas Zöggeler soll so einen Recco-Reflektor in seinem Helm getragen haben.

Bereits Seebacher war mithilfe des Recco-Systems aufgefunden worden. Möglicherweise hatte das Suchgerät auf die Strahlung seines Handys reagiert.

Gegen Abend: Auch Zöggeler ist tot

Gegen Abend entdeckten die Retter schließlich den zweiten Vermissten: Andreas Zöggeler. Doch wieder konnten die Einsatzkräfte nur einen leblosen Körper aus der Gletscherspalte bergen. 

Hilfe für Familien der Unglücksopfer

Der Bergrettungsdienst Ritten/Barbian hat bei der Raiffeisenkasse Ritten ein Spendenkonto (IBAN: IT24T081875874000 0001032897)  für die hinterbliebenen Familien der Opfer des Lawinenunglücks vom vergangenen Samstag eingerichtet. Jede noch so kleine Spende unter dem Kennwort „Unglück Hochferner“ hilft, zumindest die finanziellen Sorgen der Hinterbliebenen abzumildern. Jeder gespendete Euro kommt zu 100 Prozent den Betroffenen zugute. 

stol

stol