„Der Hochschulstandort Bruneck ist für das Pustertal und für eine ausgewogene Landesentwicklung von zentraler Bedeutung. Gerade in einem der tourismusstärksten Räume Südtirols braucht es eine qualifizierte akademische Ausbildung vor Ort und eine enge Verbindung von Wissenschaft und Praxis“ lautet es in einer gemeinsamen Aussendung Bezirkspräsident Robert Alexander Steger, SVP-Bezirksobman Meinhard Durnwadler und der Landtagsabgeordneten Waltraud Deeg.<BR /><BR />Aus Sicht der Unterzeichner stellt die angekündigte Schließung bzw. Verlagerung „eine bildungs-, wirtschafts- und regionalpolitisch weitreichende Weichenstellung dar, die sorgfältig überdacht werden sollte. Der Hochschulstandort Bruneck hat sich über Jahre hinweg etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von Fachkräften sowie zur Verbindung von Wissenschaft und Praxis im Tourismus.“<h3> Praxisnähe als Standortvorteil</h3>Gerade im Pustertal, einem der tourismusstärksten Räume Südtirols, komme einer akademischen Ausbildung im Tourismus eine besondere Bedeutung zu. Die Nähe zu Betrieben und Destinationen ermögliche praxisnahe Lehre, Innovation und angewandte Forschung. Der Standort Bruneck sei daher nicht nur historisch gewachsen, sondern auch fachlich sinnvoll und inhaltlich naheliegend.<BR /><BR />Hinzu komme die Bedeutung für junge Menschen im Pustertal und in den Seitentälern. „Ein Hochschulangebot in Bruneck schafft reale Bildungsnähe, stärkt den Verbleib von Know-how in der Region und setzt ein wichtiges Signal, dass hochwertige Ausbildung nicht ausschließlich im Zentralraum konzentriert werden soll. Eine Schwächung dieses Standorts hätte daher Auswirkungen weit über den Bildungsbereich hinaus“, so die drei Politiker.<h3> Zweifel an den Verlagerungsgründen</h3>Die offizielle Begründung für die Verlagerung – insbesondere bessere Infrastruktur, ein breiteres Lehrangebot und erweiterte Wohnmöglichkeiten in Bozen – wird zur Kenntnis genommen. „Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, wie es überhaupt zu dieser Entwicklung kommen konnte. Ebenso gilt es zu klären, inwieweit dezentrale Hochschulstandorte in den vergangenen Jahren ausreichend entwickelt und unterstützt wurden. Aus Sicht der Unterzeichner sollte das Ziel nämlich darin bestehen, bestehende Standorte langfristig und gezielt zu stärken, anstatt strukturelle Unterschiede weiter zu verschärfen. Wo Rahmenbedingungen fehlen, sollten diese verbessert und nicht als Argument für einen weiteren Abbau in der Peripherie verwendet werden.“<h3> Fehlender Dialog mit dem Bezirk</h3>Kritisch angemerkt wird zudem, dass diese Entscheidung auf Bezirksebene nicht im Vorfeld mit den zuständigen Vertretern und Institutionen des Pustertals abgestimmt worden sei: „Gerade bei einer Maßnahme mit solcher Tragweite wäre ein frühzeitiger Dialog mit dem Bezirk aus Sicht der Unterzeichner notwendig gewesen. Eine stärkere Einbindung der regionalen Verantwortungsträger ist deshalb für das weitere Vorgehen unverzichtbar.“<BR /><BR />Für Bezirkspräsident Steger, Landtagsabgeordnete Deeg und SVP-Bezirksobmann Durnwalder ist daher klar: „Der Standort Bruneck muss auch künftig ein fixer Bestandteil der Hochschullandschaft in Südtirol bleiben. Eine ausgewogene Landesentwicklung setzt voraus, dass Bildungs- und Zukunftschancen nicht ausschließlich in den zentralen Räumen gebündelt werden. Nun sind die Landesregierung und die Verantwortlichen der Universität gefordert, nicht im Alleingang, sondern in enger Abstimmung mit der Stadt Bruneck und dem Bezirk eine tragfähige Lösung für die Weiterführung und Weiterentwicklung des Hochschulstandorts Bruneck zu erarbeiten.“