Mittwoch, 29. Dezember 2021

„Suspendierung von ungeimpften Ärzten und Pflegern bleibt aufrecht“

Über 1000 Mitarbeiter aus den verschiedenen Gesundheitsberufen in Südtirol sind derzeit vom Dienst suspendiert, weil nach wie vor ungeimpft. In einschlägigen Internetforen und in den sozialen Netzwerken werden sie jetzt aufgerufen, am 1. Jänner wieder zum Dienst zu erscheinen.

„Taucht ein ungeimpfter und vom Dienst suspendierter Mitarbeiter am 1. Jänner am Arbeitsplatz auf, sind sofort die Carabinieri zu verständigen.“ - Foto: © shutterstock

Demzufolge wollen die Urheber der Posts eine Gesetzeslücke ausfindig gemacht haben, wonach die Suspendierung von ungeimpftem Sanitätspersonal mit 31. Dezember ausläuft. Der Grund dafür, so die Urheber der Schreiben, sei, dass im Dekret 172/21 von Premier Mario Draghi bei der Verlängerung der Maßnahme bis 15. Juni nur die Rede von Mitarbeitern im Bildungsbereich, Ordnungshütern und Verwaltungspersonal die Rede sei, nicht aber von Ärzten oder Pflegepersonal.

Beim Südtiroler Sanitätsbetrieb standen deswegen die Zeichen am Dienstag auf Sturm. Über 1000 Mitarbeiter in den Spitälern, aber auch in Altersheimen, Privatpraxen und Apotheken sind derzeit vom Dienst suspendiert. Folgen sie der Theorie aus den einschlägigen Netzwerken, könnten sie alle am 1. Jänner wieder auf der Matte stehen.

Für Marco Cappello, den Leiter der Rechtsabteilung des Sanitätsbetriebes ist die Sachlage allerdings klar. „Im neuen Dekret wurde das bestehende vom April dieses Jahres, mit dem die Suspendierung des ungeimpften Gesundheitspersonals eingeführt wurde, integriert“, so Cappello. Folglich bleibe die Suspendierung von ungeimpften Ärzten und Pflegerinnen auch über den 31. Dezember hinaus aufrecht.

Daher erging gestern an alle Führungskräfte des Sanitätsbetriebes die Order: „Taucht ein ungeimpfter und vom Dienst suspendierter Mitarbeiter am 1. Jänner am Arbeitsplatz auf, sind sofort die Carabinieri zu verständigen“, so Cappello. Dass es zu Jahresbeginn zu einer wahren Flut an Klagen kommen könnte, sei nicht ausgeschlossen. „Aber für uns ist die Gesetzeslage klar“, so Cappello.

em

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