Donnerstag, 15. Juli 2021

Hochwasserlage in Nordrhein-Westfalen bleibt „dynamisch und sehr angespannt“

Nach historischen Wasserständen an vielen Flüssen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen bleibt die Hochwasserlage auch am Donnerstag angespannt. Zwar sinken laut Hochwasserinformationsdienst des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) an den kleineren Gewässern wie etwa der Volme die Pegelstände langsam, doch die Lage bleibe „dynamisch und sehr angespannt“, hieß es am Mittag.

Die Hochwasserlage bleibt angespannt.
Die Hochwasserlage bleibt angespannt. - Foto: © APA/dpa / Dieter Menne
Auch für die Ruhr zeichne sich ein „außerordentliches Hochwasser mit historischen Pegelständen“ ab, sagte der Leiter des Hochwasserinformationsdienstes Bernd Mehlig, am Mittwoch in Duisburg. Insbesondere die Orte entlang der Ruhr ab Hagen, wo Volme und Lenne in die Ruhr münden, seien betroffen.

Etliche Pegel von Gewässern vor allem im Süden und Südwesten NRWs hatten den Angaben zufolge in der Nacht historische Höchststände erreicht, waren über die Ufer getreten und hatten Innenstädte überschwemmt.

„Lage weiter sehr unübersichtlich“

„Die Wasserstände auch an kleineren vielen Flüssen insbesondere in der Eifel befinden sich immer noch auf sehr hohem Niveau“, sagte Mehlig am Donnerstagnachmittag. „Die Lage ist weiter sehr unübersichtlich.“ Bei sinkenden Pegelständen beginne das Aufräumen erst, betonte Mehlig. „Es wird dann nicht mehr schlimmer, aber deswegen ist es noch lange nicht gut“, so der Experte.

Die Scheitelwelle des Rheins wird erst für Samstag erwartet. „Der Rhein bei Köln wird seinen Scheitel am Samstagvormittag voraussichtlich bei 8,50 Meter haben“, sagte Mehlig. „Das ist für den Sommer außerordentlich ungewöhnlich. Aber man muss nicht von einer ernsthaften Gefahrensituation ausgehen.“

Nach schweren Unwettern und Dauerregen im Westen Deutschlands in der Nacht auf Donnerstag sind mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Etliche Ortschaften wurden verwüstet. Zahlreiche Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

dpa/stol