Samstag, 02. Januar 2016

Höchste Explosionsgefahr in Bruneck - Pkw verströmt Gas

Ein Flüssiggasauto hat im Zentrum von Bruneck am Samstagvormittag zu einem äußerst gefährlichen Einsatz geführt. Aufgrund des ausgetretenen Gases herrschte in der Tiefgarage akute Explosionsgefahr.

Die Feuerwehr im Einsatz am Auto. - Foto: Martin Tinkhauser
Badge Local
Die Feuerwehr im Einsatz am Auto. - Foto: Martin Tinkhauser

"Wir sind um 10.24 Uhr alarmiert worden", berichtet Reinhard Weger, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bruneck auf Nachfrage von STOL. Bei mehreren Leit- und Notrufstellen waren Anrufe besorgter Bürger eingegangen. 

Gas bildet hochexplosives Gemisch

Ausgegangen war der strake Gasgeruch von einem Flüssiggasauto der Marke VW Golf, das in der Stadttiefgarage im Sektor -1 abgestellt worden war. "In der Umgebung der Garage konnte man das Gas riechen, in der Nähe das Pfeifen des Gasaustrittes gut hören", so Weger. 

iv>

Die Feuerwehr Bruneck rückt mit dem Großraumlüfter an. - Foto: Martin Tinkhauser

Daher wurde die gesamte Umgebung großräumig angesperrt, die Tiefgarage umgehend evakuiert. "Denn wir haben an gleich drei Stellen die höchste Explosionsgefahr gemessen", so Weger. Dieses Vorgehen sei bei einem Gasaustritt standardmäßig vorgesehen - auch im Sinne der Eigengefährdung.

Der dauerhafte Gasausritt hatte dazu geführt, dass sich das Gas gesammelt und zu einem stark explosionsgefährdeten Gemisch entwickelt hatte. 

Technisch anspruchsvoller Einsatz

"In einer Tiefgarage kann das Gas auch schlecht entweichen", so Weger. Daher sei man mit einer Löschleiter angerückt, habe das Gas mit einem Sprühstrahl niedergeschlagen und dann mit einem Großraumlüfter so weit wie möglich verdünnt. Auch spezielle Mittel seien dazu eingesetzt worden. 

Dann erst konnten Atemschutztrupps mit funkenfreiem Werkzeug anrücken, um den Gasaustritt am Auto zu beenden. 

Ventil funktioniert nicht

"Bei solchen Autos kann es schon mal zu einem leichten Gasaustritt kommen, aber dann reagiert normalerweise das Überdruckventil und stoppt den Austritt", sagt Weger. In diesem Fall aber muss das Ventil aufgrund eines Defektes nicht funktioniert haben. 

Das Auto wurde auf den Stegener Marktplatz gebracht. - Foto. Martin Tinkhauser

Das Auto wurde schließlich von der Feuerwehr aus der Garage geholt und auf den Platz des Stegener Marktes geschleppt, wo das restliche Gas abgelassen wurde. "Solche Autos können zwischen 30 und 70 Kilo Gas tanken. Der Besitzer des betroffenen Pkw hatte erst kurz zuvor getankt", sagt Weger. Er war von der Polizei ausgeforscht und kontaktiert worden. 

"Es ist Gott sei Dank nichts passiert", sagt Weger nach Ende des höchst anspruchsvollen Einsatzes. 

stol/ker

stol