Der Elternverband hörgeschädigter Kinder (EhK) setzt sich seit Jahrzehnten für diese Kinder ein – am heutigen Sonntag jährt sich die Gründung des Verbandes zum 50. Mal. Das Jubiläum wird mit einem Festabend in Terlan am 10. Oktober begangen.<BR /><BR />Der Elternverband macht sich für eine optimale technische Versorgung der Kinder in den Schulen stark. Es gibt inzwischen viel an Unterstützung – so können Schulen beispielsweise Soundfield-Anlagen kaufen – ein Hörsystem, mit dem die Kinder den Unterricht akustisch besser verfolgen können. <BR /><BR />„Diese Technik ist für Kinder eine große Erleichterung – sie verbessert die Voraussetzungen für das richtige Verstehen“, erklärt Karin Waldboth, Koordinatorin des Elternverbandes. In den Schulen sollte noch mehr Technologie zum Einsatz kommen, fordert Roberto Bortolotti, Vorsitzender des Elternverbandes. Weil es in den Schulen an Integrationspersonal fehlt, sollte vermehrt versucht werden, über eine Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Vereinen aus dem Dritten Sektor qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren, meint Bortolotti. „Das könnten auch kompetente Freiwillige oder Pensionisten sein.“<h3> Situation am Arbeitsmarkt hat sich verbessert</h3>Was den Arbeitsmarkt betrifft, so habe sich die Situation für Menschen mit Hörschädigung verbessert: „Die Eingliederung in die Arbeitswelt ist eine Herausforderung, aber inzwischen vertrauen die Firmen unseren Jugendlichen und sie stellen vermehrt Mitarbeiter mit Hörschädigung ein“, sagt Bortolotti. „Vor zehn Jahren hatten wir da noch Schwierigkeiten.“<BR /><BR /> Nicht einfach bleibe die Situation für Hörgeschädigte an Universitäten außerhalb des Landes: „Auch dort sollten günstige Rahmenbedingungen für Studenten mit Hörschädigung geschaffen werden – sprich, der Weg für ein gutes Hören und Verstehen geebnet werden“, fordert Bortolotti. <BR /><BR />Der Elternverband begleitet nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene mit Hörschädigung – unterstützt diese in der Kommunikation bei Elternabenden in der Schule, gegenüber öffentlichen Ämtern und auch in Erziehungsfragen, berichtet Waldboth. Gegründet wurde der EhK 1976: Betroffene Eltern schlossen sich damals zusammen. Viele Kinder mussten ihre Ausbildung außerhalb des Landes absolvieren, spezialisierte Angebote gab es kaum. Die Eltern wollten das ändern – und legten mit der Gründung des Elternverbandes hörgeschädigter Kinder den Grundstein für eine nachhaltige Verbesserung.<BR /><BR /> Fortbildungen, Studienreisen und Seminare mit Fachleuten wie Max Verdoes und Monika Verdoes Spinell trugen dazu bei, dass ein hohes Niveau an Fachkompetenz aufgebaut wurde. Heute bietet der Verband ein breites Spektrum an Diensten – wie Beratung für Familien, Sensibilisierungsprojekte für Schulen und Kindergärten, Nachmittagsbetreuung mit spezifischer Förderung, eine Fachbibliothek und Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfungen. <h3> 2 Fragen anKarin Waldboth, Elternverband</h3><b>Welche Herausforderungen haben Familien mit hörgeschädigten Kindern heutzutage? <BR /></b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Karin Waldboth: Kinder mit Hörbeeinträchtigung werden heute mit guten Hörsystemen versorgt – das heißt aber nicht, dass ihre Sprachentwicklung keine Probleme bereitet. Wichtig ist deshalb, dass die Lehrer gut ausgebildet sind und die angebotenen Fortbildungen zum Thema „Unterricht von hörbeeinträchtigten Kindern“ besuchen. Dieses Angebot darf nicht noch weiter reduziert werden. <BR /><BR /><b>Erhalten diese Kinder ausreichend Integrationsstunden?<BR /></b>Waldboth: Da hat sich die Situation leider verschlechtert. Hörbeeinträchtigte Kinder brauchen mehr Vertiefung und Erklärung. Die Anzahl der Stunden wird jedoch laufend reduziert