Freitag, 28. Mai 2021

Hörtenbergtunnel: Planungen gehen in die nächste Phase

Die Landesregierung hat den Bau des Hörtenbergtunnels in sein Investitionsprogramm aufgenommen und wird auch die Baukosten in Höhe von insgesamt 102 Millionen Euro übernehmen. Damit ist der Bau dieser für Bozen so wichtigen Verkehrsverbindung gesichert.

Der geplante Hörtenbergtunnel soll den Stadtverkehr entlasten.
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Der geplante Hörtenbergtunnel soll den Stadtverkehr entlasten. - Foto: © DLife/TS
Bürgermeister Renzo Caramaschi, Vizebürgermeister Luis Walcher und Mobilitätsstadtrat Stefano Fattor zogen am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz Bilanz über den Stand der Planungen für den Bau des neuen Hörtenbergtunnels. Dieser soll in Zukunft weite Teile der Stadt vom Durchgangs- und Schwerverkehr aus dem Sarntal und aus Jenesien entlasten und ist damit ein wesentlicher Baustein für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung in der Landeshauptstadt.

Der Bau des Hörtenbergtunnels ist Teil der von der Landesverwaltung und der Stadt Bozen ausgearbeiteten „Agenda Bozen“. Darin wurde die Umsetzung mehrerer strategisch wichtiger Verkehrsmaßnahmen für die Landeshauptstadt vereinbart, die gemeinsam mit einer Reihe zusätzlicher Mobilitätsprojekte, zu denen auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (durch die neuen Metrobuslinien und eine bessere Bahnverbindung ins Umland), die Förderung der Fahrrad- und Fußgängermobilität sowie die Umgestaltung der Freiheitsstraße und des Grieser Platzes gehören, eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung ermöglichen sollen.

120 Millionen Euro an Landesgeldern

Nun wurde der Hörtenbergtunnel, der voraussichtlich 102 Millionen Euro kosten und zur Gänze mit Landesgeldern finanziert wird, auch offiziell in das mehrjährige Investitionsprogramm des Landes aufgenommen. „Sobald die ersten Gelder freigegeben werden, können wir mit der Ausschreibung der Planungsleistungen beginnen - für uns ein wichtiger Schritt, denn damit rückt der Baubeginn wieder ein Stück näher. Es ist in diesen Zeiten alles andere als einfach, Mittel für die Finanzierung eines Bauvorhabens von einer derartigen Tragweite aufzubringen, und gerade deshalb hat diese offizielle Zusage der Landesregierung für uns einen besonderen Stellenwert,“ so Bürgermeister Caramaschi.

Die Tunneltrasse sowie die Gestaltung der Zufahrten und die Anbindung an die Brennerstaatsstraße wurde gemeinsam mit der Landesverwaltung ausgearbeitet und bereits im März vom Stadtrat genehmigt. Nun soll möglichst schnell mit den Detailplanungen begonnen werden. „In der Phase der Projektentwicklung werden die Bürger die Gelegenheit erhalten, ihre Anliegen vorzubringen,“ so Mobilitätsstadtrat Fattor. Das Wichtigste sei jedoch, dass Bozens Straßen sicherer werden. Fattor erinnerte auch daran, dass der Hörtenbergtunnel keine Alternative zu anderen Verkehrswegen darstelle, sondern vielmehr anstelle der bestehenden Verkehrswege genutzt werden müsse.

Nachhaltiger Mobilitätsplan für Bozen


Davon ist auch Mobilitätsexperte Stefano Ciurnelli überzeugt, der das Mobilitätskonzept im Auftrag der Stadt ausgearbeitet hat. Ein Kontroll- und Verkehrsleitsystem, das im überarbeiteten nachhaltigen Mobilitätsplan im Detail beschrieben ist, werde dafür sorgen, dass diese wichtige neue Umfahrungsstraße auch tatsächlich konsequent genutzt werde und der Auto- und Schwerverkehr aus dem Sarntal und aus Jenesien künftig durch den Hörtenbergtunnel rolle.

In Gries werde zudem ein Durchfahrtsverbot für Schwerfahrzeuge über 3,5 Tonnen eingerichtet, das für mehr Sicherheit im innerstädtischen Straßenverkehr sorgen werde. Die Zufahrten zur Fagenstraße, zur Cadornastraße und zur Selig-Heinrich-Straße würden anhand von Videokontrollstellen überprüft. Diese Maßnahmen würden gemeinsam dazu führen, dass sowohl das nördliche Stadtzentrum (St.-Anton-Straße und Selig-Heinrich-Straße), als auch der Bereich um den Siegesplatz und die Drususstraße massiv vom Durchfahrtsverkehr entlastet werde.

Zur Verkehrsberuhigung wird auch die Neugestaltung der Freiheitsstraße und des Grieser Platzes sowie der Ausbau der Fahrrad- und Fußgängermobilität und des öffentlichen Personennahverkehrs beitragen. Wie Verkehrssimulationen zeigen, wird der Verkehr mit diesem Bündel an Maßnahmen auf der Sarntaler Straße um 54 Prozent , in der Fagenstraße um 44 Prozent, in der Cadornastraße um 36 Prozent, in der Selig-Heinrich-Straße um 71 Prozent, am Grieser Platz um 26 Prozent und im Moritzinger Weg um 7 Prozent abnehmen.

stol

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