Wie berichtet, muss das mit Pflanzenschutzmitteln kontaminierte Erdreich im Hofburggarten ausgetauscht werden, damit der Garten öffentlich zugänglich gemacht werden kann. Diese Woche hat die Firma REM TEC mit den Arbeiten „nach langen Ankündigungen tatsächlich begonnen“, schreibt die Initiativgruppe für einen Offenen Hofburggarten in einer Aussendung. Darin kritisiert sie, dass dabei das Verursacherprinzip außer Kraft gesetzt werde. Für die rund 2,5 Millionen Euro teure Sanierung erhalte Brixen aus dem nationalen Wiederaufbauplan PNRR rund 2 Millionen Euro. Auch wenn es nicht Geld der Provinz sei, sei es doch steuerfinanziert. <BR /><BR />Als skandalös in diesem Zusammenhang bezeichnet die Gruppe den Umstand, dass die Stiftung Hofburg oder die Kurie, die Eigentümerin des Gartens und damit Verursacherin der Boden-Verunreinigung sei, keinen Beitrag leiste. Stattdessen seit über 15 Jahren eine Jahresmiete („zuletzt 25.000 Euro“) kassiere.<BR /><BR />Bemängelt wird weiters, dass die Sanierung beginne, „ohne dass ein Projekt vorgestellt wurde“. Der Bevölkerung werde jegliche Information vorenthalten.<h3> Das sagt der Bürgermeister zur Kritik</h3>Auf Anfrage erklärt Bürgermeister Andreas Jungmann: „Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, das Projekt auf Papier zu bringen“. Die Projektierung habe sich als komplexer herausgestellt als gedacht. Die Beleuchtung, die Beregnung, die Auflagen des Denkmalamtes, die Bepflanzung (für jeden Baum muss die Position bestimmt werden): Alles müsse genau eingearbeitet werden, um dann die Arbeiten ausschreiben zu können. Vieles sei mit dem Denkmalamt abzuklären, auch wie die bestehenden Pergolen zu sanieren seien.<BR /><BR />„Wenn – ich hoffe im Herbst – soll ein Projekt vorgestellt werden, das so umgesetzt wird, wie es präsentiert wird – kein Exposé“, sagt Jungmann, der auch einräumt, dass aufgrund der Landtags- und Gemeindewahlen die Arbeit am Projekt ausgesetzt war. <BR /><BR />Hinsichtlich Bodensanierung ist für Jungmann klar, dass in so einem Fall immer der dafür aufkommen muss, der ein solches Grundstück angekauft oder gemietet hat. Für den Neubau des Kindergartens in Rosslauf habe etwa auch der Boden saniert werden müssen. „Das hat der Gemeinde 500.000 Euro gekostet“.<BR /><BR />Bei den Arbeiten im Burggarten werden laut Jungmann, begleitet vom Landesumweltamt, Abschnitt für Abschnitt neue Bodenproben genommen. Neue Erkenntnisse würden eingearbeitet.<BR /><BR />Hinsichtlich der im Garten geplanten Kunstwerke wird André Heller ein Vorschlagsrecht haben. Die Auswahl soll dann ein Kunstbeirat treffen, wie jener, der die Kunstankäufe der Gemeinde begleitet hat. Jungmann sieht die Kunst im Garten als längerfristiges Thema. „Die Kunstszene ändert sich“, sagt Jungmann. Die Auswahl müsse wandelbar sein, die ausgestellten Kunstwerke sollten wechseln. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Fläche auch über Sponsoren und Leihgaben bespielen“, sagt Jungmann.<BR /><BR />Dass die im Exposé enthaltenen Bauten gestrichen wurden, ist bekannt. Ob eine WC-Anlage errichtet wird, wird noch überlegt. Ein Barbetrieb ist nun in der Hofburg vorgesehen. Direktor Peter Schwienbacher teilt mit, dass noch mit dem Denkmalamt abgeklärt werde, was, wo machbar sei. Auch der Zutritt zum Garten wird über die Hofburg erfolgen.<BR /><BR />Die effektive Gartengestaltung wird nach Abschluss der Sanierung 2025 angegangen. „Die Experten müssen uns dann sagen, in welchem Zeitraum diese möglich ist“, teilt Jungmann mit.