Donnerstag, 26. März 2020

Hoffnung schwindet – über 700 Coronavirus-Tote in Italien

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer und -Infizierten in Italien ist erneut angestiegen. Mehr als 700 zusätzliche Todesopfer wurden am Donnerstag gemeldet.

Keine echte Entspannung der Lage in Italien in Sicht.
Keine echte Entspannung der Lage in Italien in Sicht. - Foto: © APA (AFP) / MIGUEL MEDINA
Insgesamt verzeichnet Italien damit mehr als 8200 Covid-19-Tote. Die Zahl der Infizierten kletterte unterdessen um fast 5000 auf über 62.000, teilte der Zivilschutz in Rom mit. 3612 Patienten befinden sich auf der Intensivstation.

10.361 Patienten sind inzwischen genesen. Italien ist das europaweit am stärksten von der Coronavirus-Epidemie betroffene Land.

In der Lombardei, der innerhalb des Landes am stärksten betroffenen Region, wurden 387 zusätzliche Todesopfer verzeichnet. Insgesamt liegt die Zahl der Coronavirus-Toten in der norditalienischen Region damit bei 4861. Die Gesamtzahl der Infizierten in der Lombardei wuchs bis Mittwoch von 20.591 auf 22.189, der Anstieg lag über dem Durchschnitt der vergangenen Tage.

Nach der Lombardei sind nach wie vor die Regionen Emilia Romagna und Venetien die am stärksten betroffenen italienischen Regionen. In Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien starben bisher 72 Personen, die Zahl der Infizierten kletterte bis Donnerstag auf 1223.

Eine Delegation aus 104 russischen Krankenpflegern und Ärzten traf in der lombardischen Stadt Bergamo ein. Die Sanitäter sollen in einem provisorischen Krankenhaus eingesetzt werden, das derzeit auf dem Messegelände der Stadt aufgebaut und kommende Woche eingeweiht wird. Bergamo ist die von der Epidemie in Italien am stärksten betroffene Stadt.

„Die Arbeiten für die Errichtung des Krankenhauses werden Tag und Nacht fortgesetzt. Unser Ziel ist, dass das Spital so schnell wie möglich funktionieren kann“, sagte der lombardische Beauftragte für den Zivilschutz Pietro Foroni. Er dankte der russischen Regierung für die Hilfe. „Es handelt sich um eine konkrete Unterstützung im Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, den man nur geschlossen besiegen könne“, sagte Foroni.

„Unser Gesundheitssystem gibt exzellente Antworten. Wir haben die Zahl der Betten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser verdoppelt. Zehn Prozent der COVID-Infizierten müssen auf der Intensivstationen behandelt werden. Ich bitte um Hilfe aus dem Ausland. Viele Länder haben uns bereits geholfen, ich bitte, uns weiterhin zu unterstützen“, sagte der lombardische Präsident Attilio Fontana.

„Wir bemühen uns, auf die Bedürfnisse aller Bürger zu reagieren, wir müssen jedoch dafür sorgen, dass die Zahl der Infizierten zurückgeht. Unsere Ärzte und Krankenpfleger sind am Ende ihrer Kräfte. Sie arbeiten unter unglaublicher Bedingungen“, sagte Fontana.

In Rimini wurde unterdessen ein über Hundertjähriger nach einer Coronavirus-Infektion geheilt aus dem Krankenhaus entlassen. Der 1919 geborene Mann sei am Mittwochabend aus dem Krankenhaus von Rimini entlassen worden, sagte die Vize-Bürgermeisterin der Stadt, Gloria Lisi, am Donnerstag. „In der jetzigen Zeit ist es immer gut, ein bisschen Hoffnung zu geben“, fügte sie hinzu.

Die Sanitäter zahlen einen hohen Preis für ihren Einsatz im Kampf gegen die Pandemie. 39 Ärzte sind seit Beginn der Epidemie gestorben, darunter 18 Hausärzte. 6205 Ärzte und Krankenpfleger haben sich in Italien mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 9 Prozent aller Infizierten in Italien.

Obwohl die italienische Regierung die Strafen bei einem Verstoß gegen die Ausgangssperre verschärft hat, wurden unterdessen allein am Mittwoch 5800 Italiener angezeigt. 92.445 Shopinhaber wurden kontrolliert, 101 von ihnen wurden angezeigt, teilte das italienische Innenministerium mit.

Seit Beginn der Kontrollen am 11. März wurden bereits 2,67 Millionen Italiener kontrolliert und 115.738 wegen Verstößen gegen die Ausgangssperre belangt. 2737 Personen wurden wegen Falschaussage gegenüber den Behörden angezeigt.



apa

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